Von Civitavecchia nach Neapel

Nach dem ganzen Luxus auf der MSC freuten wir uns auf die kuschelige Gemütlichkeit in unserer Felía. Voller Erwartungen ging es zunächst wieder an Rom vorbei nach Tivoli, um von dort aus Latium zu verlassen und weiter nach Kampanien zu gelangen.

Tivoli und seine Villen

Die Übernahme unseres Genuss-Buses verlief erfreulich einfach und so konnten wir uns direkt auf den Weg nach Tivoli machen. Tivoli ist vor allem für die Villa Adriana bekannt. Wer jetzt an die Villa eines Schauspielers oder so denkt, liegt falsch. Die Villa oder besser gesagt eine Stadt um Rand der Stadt wurde von Kaiser Hadria als Sommerresidenz errichtet. Heute steht die Palast- und Gartenanlage mit Theater und Wasserspielen zusammen mit zwei weiteren Villen auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe.
Um nach Tivoli zu gelangen mussten wir ein weiteres Mal an Rom vorbei und prompt lernten wir den römischen Berufsverkehr kennen. Aus der zweispurigen Schnellstraße wurden kurzerhand 4 Spuren gemacht und natürlich wurde jede noch so winzige Lücke genutzt, um hemmungslos die Spur zuwechseln. Wenn wir dabei nicht auf der Strecke bleiben wollten, mussten wir uns dem Fahrstil anpassen. Offenbar zum Missfallen eines anderen Römers. Der ließ nämlich plötzlich mitten auf der Schnellstraße sein Fahrzeug stehen und kam wutentbrannt und wild gestikulierend auf uns zu. Wir konnten nur mit den Schultern zucken, da wir von seinem Redeschwall ohnehin nichts verstanden.
Zum Glück konnten wir das Chaos blad hinter uns lassen und fuhren hinaus Richtung Tivoli. Da man jedoch für Tivoli und die Villen mindestens einen ganzen Tag einplanen sollte, ließen wir zunächst den Ort links liegen und wollten direkt zu unserem Schlafplatz fahren. Auf dem Weg dorthin passiert man aber unweigerlich Capranica Prenestina. Dieser komplett untouristische Ort lud uns zu einem kleine Spaziergang und einer Mittagspause ein.
Dabei empfahl uns der Wirt mit Händen und Füßen uns drei Brocken Englisch, wir sollten uns unbedingt auch Santuario della Madonna della Mentorella ansehen. Na wenn man uns das schon empfielt, dann müssen wir doch auch dorthin.
Schon die Fahrt zu der Wallfahrtskapelle ist ein Abenteuer. Die Straße windet sich immer weiter in die Berge hinauf und hinter jeder Kurve kann man unverhofft auf eine Gruppe Kühe treffen, die hier völlig frei die Berghänge abgrasen dürfen.
Am Ende hatte der Wirt nicht zu viel versprochen. Auf einer Klippe hoch über dem Tal erbaut steht die Kapelle am Ende der Straße. Zu der Kapelle gehört ein winziger Friedhof sowie die Grotta di San Benetetto.

Nach einer ruhigen Nacht, in der wir von Kühen und Pferden besucht wurden, wollten wir uns eigentlich Tivoli ansehen. Wetterbedingt wurde daraus aber nichts. Wind und Regen veranlassten uns, spontan einen Bürotag einzulegen.
Capranica Prenestina bietet hierfür dötigen Voraussetzungen. Ein kleines Café versorgte uns mit Strom, Kaffee und Snacks und das Restaurant auf der anderen Seite vom Platz mit leckerem Essen. Es gibt schlechtere Plätze zum Arbeiten.

Der nächste Morgen begrüßte uns dann vielversprechend und so ging es hinüber nach Tivoli. Da die Villa Adriana etwas außerhalb liegt, wollten wir zunächst mit der Villa Gregoriana beginnen.
Dabei ist die Bezeichnung Villa eigentlich irreführend. Zwar stand dort tatsächlich einst die Villa von von Manlius Vopiscus. Diese wurde jedoch im Jahr 106 durch eine Überschwemmung des Aniene zerstört. Die Villa Gregoriana wurde auf Initiative Papst Gregors XVI. im 19. Jahrhundert errichtet und ist eine Parkanlage im steilen Tal des Ariene. Dabei wurden auch die Überreste der ehemaligen Villa freigelegt und integriert.
Heute kann man auf der einen Seite in das Tal mit Wasserfällen hinabsteigen und auf der anderen Seite wieder hinaufgelangen zu einem Rundtempel.
Von dort ging es mitten durch Tivoli hinüber zur Villa D'Este, die vor allem für Ihre Wasserspiele bekannt ist. Wegen Wartungsarbeiten waren diese zwar gerade abgestellt, aber auch die Villa selbst ist überaus sehenswert. So wandelten wir die durch Räume und bestauten die kunstvollen Wandgemälde und schlenderten gemütlich durch die Gartenanlage.
Dann war es aber Zeit, zu Villa Adriana hinauszufahren. Dabei ist die Villa mehr eine eine eigene Stadt als eine Villa. Kaiser Hadrian ließ zwischen 118 und 134 diese riesige Palastanlage als Sommerresidenz errichten. Mit insgesamt 125 ha war sie eine der größten und aufwendigsten Palastanlagen römischer Kaiser.
Wir tauchten in diese riesige Gartenanlage ein und bestaunten die Ruinen mit zum Teil sehr gut erhaltenen Bodenmosaiken und bestaunten die Statuen. Dabei kann man schnell vergessen, dass es nur eine Palastanlage war, wenn man ein Theatren, Thermen und Tempel vorbeikommt.

Palazzo Pontificio

Auf unserer Weiterfahrt wartete südlich von Rom ein weiteres Highlight auf uns: Palazzo Pontificio. Für viele wohl besser bekannt unter Castel Gandolfo, die päpstliche Sommerresidenz. Ein Teil der prunkvollen Anlage ist inzwischen für Touristen zugänglich. Neben der Besichtigung von Arbeits- und Audienzzimmern gibt es hier auch eine Gallerie mit Bildnissen der verschiedenen Päpste aber auch so weltliche Sachen wie Fernseher mit DVD-Player und einem Buch mit deutschen Volksliedern.
Mit einem kleinen Stopp in Ariccia ging es für uns weiter nach Gaeta. Gaeta liegt etwa auf halber Strecke zwischen Rom und Neapel und ist vor allem bei Einheimischen als Badeort beliebt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich im August die Einwohnerzahl verdreifacht. Dabei sind aber nur etwa 5% der Touristen nicht Italiener.
Uns reizte an dem Ort vor allem Gaeta Vecchio, die Altstadt auf der Landzunge am Fuße des Castello Angioino-Aragonese. Dort kann man ganz entspannt durch enge Gassen schlendern und - wenn man zur Öffnungszeit vorbeikommt - mehrere Kirchen besichtigen. Ansonsten sollte man der Pizzeria del Porto di Carlo Avallone einen Besuch abstatten. Die Tiella in diversen Geschmacksrichtungen sind super lecker und eignen sich perfekt als kleiner Snack zwischendurch.
Laut einem guten Freund soll zudem die Eisdiele Il Molo sehr empfehlenswert sein. Da wir gerade gegessen hatten, ließen wir das Eis ausnahmsweise mal weg. Stattdessen schauten wir im Jachthafen vorbei. Hier sollte schließlich inzwischen unsere wassertaugliche Felía liegen. Und tatsächlich fanden wir das schnittige Boot 😆.

Vesuv und Umgebung

Our Dream Ranch

Sightseeing, Wandern und immer neue Abendteuer erleben, ist ganz unser Ding. Und wenn wir nur im Urlaub wären, würden wir den Freizeitstress auch mit Freuden 3 Wochen lang durchziehen. Allerdings merkt man auch schnell, dass der Kopf die ganzen Eindrücke nicht mehr aufnehmen kann. Dann ist es Zeit, die Füße hochzulegen und schlicht gar nichts tun.
Wie lässt sich das aber mit der Gegend rund um den Vesuv vereinbaren? Dort locken doch Orte wie Pompei, Neapel und der Vulkan selbst. Ganz einfach: Auf dem richtigen Campingplatz. Der Campingplatz Manzi Hospitality um Emilio uns seiner Familie ist genau so ein Ort.
Am Fuße des Vesuvs wurden wir von Emilio und einigen Tieren herzlich empfangen. Die Esel sind total verkuschelt. Die Hunde holen sich ebenfalls bei jeder Gelegenheit ihre Streicheleinheit ab und Emilio ist bemüht, seinen Gästen den Aufenthalt so bequem wie möglich zu machen.
Zu dem Stellplatz mit Stromanschluss gehört ein überdachter Sitzbereich, um zusammenzukommen. Zudem gibt es in einem ehemaligen Stall ein Wohnzimmer mit Billiardtisch und Küchenzeile sowie zwei Toiletten mit Duschen.

Bei so viel Annehmlichkeiten lehnten wir uns einfach mal zurück und genossen die Ruhe und Entspannung. Aber gänzlich untätig rumsitzen geht auch nicht. Der Bericht über die Kreuzfahrt musste fertig werden und der neue Bericht scheibt sich leider - auch in Zeiten von KI - nicht allein. Und dann war da noch das große Projekt: Unsere Homepage sollte endlich auch in englisch erscheinen.
Also Rechner raus, ab in den Schatten und arbeiten. Und wenn man hier so sitzt und arbeitet oder im „Wohnzimmer“ isst, kommt man sich ganz schnell vor, wie bei Pippi Langstrumpf, denn plötzlich stehen die Esel neben dem Tisch.
Und so ganz nebenbei erfahren wirvon Emilio, dass gerade ein Fohlen geboren wurden ist. Da ließen wir sofort alles stehen und liegen und liefen hinunter zum Stall. Oh wie niedlich! Im Streu liegt das kleine braune Fohlen neben seiner stolzen Mama.Von Emilio erfahren wir, dass es bei Arabern normal ist, dass die Eltern weiß sind, und die Jungtiere braun. Erst später werden diese ebenfalls weiß.
Als er uns sagte, dass auch die andere Stute trächtig ist und demnächst fohlen würde, baten wir ihn, uns sofort zu holen. Selbst nachts sollte er uns wecken. Emilio war sichtlich überrascht, dass wir ein derartiges Interesse daran zeigten.

Der Vesuvio

Die Tage vergingen wie im Flug und dann war er da, unser großer Tag. Wir waren jetzt schon ein Jahr unterwegs. Und was haben wir schon aller erlebt auf unserer Reise. Es heißt zwar, man soll auch unbedingt mal zurückschauen, aber genau dieser Blick zurück zeigt uns immer wieder, was noch vor uns liegen könnte.
Für heute lag erst einmal der Vesuv vor uns. Wir wollten unbedingt auf diesen berühmten Vulkan. Dafür gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Man kann natürlich zu Fuß hoch. Allerdings gibt es nur einen Zugang und der Weg dorthin führt die Zufahrtsstraße hinauf mit unglaublich viel Verkehr. Also weder landschaftlich schön noch angenehm zu laufen.
Alternativ geht es mit dem Auto bis zu einem Parkplatz und dann weiter mit einem Shuttle bis zum Eingang. Aber dann kann man es sich gleich einfach machen und lässt sich komplett fahren.
Wir nutzten letztere Variante und ließen uns durch den Touranbieter Vesuvio Express die schmale und steile Zufahrt hinauffahren bis zum Eingang. Der Vorteil dabei ist, man hat auch gleich Eintrittskarten, die im Internet nur schwer zu bekommen sind.
Vom Eingang aus führt dann ein staubiger Pfad die letzten 200 Höhenmeter hinauf zum Kraterrandund bietet bereits einen tollen Blick über Neapel. Und ja, durch die Möglichkeit bis kurz vor den Gipfel fahren zu können - bzw. zu müssen -, ist der Vesuv leider sehr touristisch. Müsste man die gesamte Strecke laufen, wäre sicher deutlich weniger los.
Da der Vesuv keinen Kratersee oder gar einen Lavasee hat, ist der Blick in die Kaldera weniger beeindruckend als bei anderen Vulkanen. Gleichwohl sind die schroffen Felswände und der Blick über Neapel, Pmpei und das Meer spektakulär und einen Besuch wert. Und wer aufmerksam ist, wie wir, kann auch hier und da Rauchschwaden aufsteigen sehen. Der Vesuv ist eben doch ein aktiver Volkan.

Napoli

Aber auch der nahegelegenen Stadt Neapel wollten wir einen Besuch abstatten. Im Rahmen der Kreuzfahrt hatten wir nicht alle Sehenswürdigkeiten geschafft. Zudem gibt es in Neapel, wegen seiner Vergangenheit gleich 7 Untergrundtouren - so genannte Sotterranea.
Von unserem Campingplatz aus ist es nicht weit bis zur Bahnstation, die eine direkte Anbindung nach Neapel bietet. So ist man ohne viel Aufwand zügig in der Stadt und muss noch nicht einmal einen Parkplatz suchen.
Von den Stationen Garibaldi oder Porta Nolana kann man wunderbar in die Innenstadt schlendern und dabei das echte Leben der Neapolitaner kennenlernen. Unterwegs entdecken wir dabei auch noch die weniger bekannte Basilica della Santissima Annunziata Maggiore.
Wenige Gehminuten später ereichten wir SpaccaNapoli, die Altstadt von Neapel und das touristische Zentrum. Hier reihen sich Souveniergeschäfte, Restaurants, Bars und Sehenswürdigkeiten aneinander und buhlen um die Aufmerksamkeit der zahllosen Touristen.
Zwei der Sehenswürdigkeiten wollten wir unsere Aufmerksamkeit schenken. Zum einen La Neapolis Sotterrata - Complesso Monumentale San Lorenzo Maggiore, welche oberirdisch aus einem ehemaligen Kloster und der Basilica San Lorenzo Maggiore und unterirrdisch aus einige Ausgrabungen antiker Straßenzüge inkl. Geschäften und einem kleinen Markt besteht.
Und zum anderen - quasi gleich gegenüber - Napoli Sotterranea, mit einer Führung durch die antiken Zisternen, welche im 2. Weltkrieg als Bunker umfunktioniert wurden. In der Hauptsaison sollte man beide Touren möglichst vorbuchen. Als wir uns schließlich wieder auf den weg zurück machen wollten, erreichte uns die für uns ärgerliche Nachricht: Das zweite Fohlen ist geboren worden. Schade, wir waren nicht dabei. Aber kam am Campingplatz angekommen, ging es direkt zum Stall, um einen Blick auf den süßen, kleinen Hengst zu werfen.

3 Tage Pompeji

Der Vesuv ist nicht umsonst weltweit bekannt. Immerhin hat er einer der heute berühmtesten Ort verschüttet: Pompei. Nach jahrzehntelanger mühevoller archäologischen Grabungen kann man inzwischen auf einem großen Gebiet viele der Häuser, Straßen und Villen besichtigen.
Genau wir viele andere Touristen, wollten auch wir in diese faszinierende Ausgrabungsstätte eintauchen. Da Pompei aber aus mehr als dem Hauptbereich besteht, entschieden wir uns gleich für das Grande Pompeji Ticket. Diese beinhaltet neben Pompei selbst eine nahegelegene Villa, sowie weitere Ausgabungen in Oplontis, Stabia und Boscoreale.
Das Ticket beinhaltet eigentlich auch einen Shuttleservice zwischen den Arealen. Leider mussten wir jedoch feststellen, dass der Service lückenhaft und nicht besucherfreundlich ist. Lediglich Oplontis und Boscoreale werden von Pompei angefahren, sind aber auch ohne weiteres mit dem Zug erreichbar. Die Villen in Stabia hingegen werden von Pompei aus gar nicht angefahren. Hier muss man zwingend mit dem Zug fahren. Erst vom dortigen Bahnhof aus fährt ein Shuttle die drei Stationen an. Allerdings auch nur viermal am Tag.
Schade eigentlich, denn die Villen und Museen sind ebenfalls sehr sehenswert. Was uns zwar nicht störte, aber dennoch unverständlich ist, das Grande Pompeji Ticket ist ein 3-Tages-Ticket. Es gilt aber auch nur an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Somit ist man gezwungen, drei Tage in Folge Pompei zu besichtigen. Ein Pausentag ist einfach nicht drin.

Wer mit dem Zug anreist und in Pompeji Santuario aussteigt, dem sei eines geraten. Die Touranbieter, denen man kurz vor Pompei begegnet, kann man getrost ignorieren. Sie versuchen einen mit dem Spruch "This ist not the mainentrance." zu verunsichern. Falsch ist die Aussage zwar nicht, aber der nächstgelegene Eingang ist ein „Eingang“ den jeder Besucher nutzen kann und man kann dort Tickets und einen Audioguide erwerben. Und das Beste: Hier ist es weniger voll als am Haupteingang. Dieser liegt ein paar hundert Meter weiter und bietet neben einem Bahnhof auch gleich PKW- und Bus-Parkplätze. Somit ist es dort entsprechend voll.
Wir können den Eingang „Amphitheatre“ wärmstens empfehlen. Hier steht man weniger an und am Bahnhof Pompeji Santuario gibt es keine oder zumindest deutlich seltener Taschendiebstähle als am extrem belebten und vollen Pompeji Scavi.
Kaum hatte der Park geöffnet, konnten wir an der Tageskasse das 3-Tages-Ticket erwerben und Pompei betreten. Gleich hinter dem Eingang erhebt sich das namensgebende Amphitheater. Vom Amphitheateraus wendet man sich nach links und gelangt in die Via di Castricio. Gleich am Beginn steht der Palestra Grande, wo die schaurige Seite Pompeis ausgestellt ist. In mehreren Glasvitrienen sind die getöteten Bewohner angeordnet. Diese wurden beim Ausbruch des Vesuvs komplett verschüttet. Anschließend verwesten die Leichen und bildeten Hohlräume in der mächtichen Ascheschicht. Diese Hohlräume wurden bei Ausgrabungen entdeckt und mit Gips gefüllt. So blieben die Körper erkalten und konnten freigelegt werden.
Somit sind nicht nur die Skelette erhalten geblieben, sondern quasi der komplette Körper inkl. Kleidung. Es wird aber ausdrücklich darm gebeten, den Toten mit Respekt zu begegnen und sich ruhig zu verhalten. Lautere Gespräche werden umgehend unterbunden.
Während wir weiter durch Pompei liefen, überraschte uns wiederholt der Erhalungszustand der Ruinen. Hier kann man nicht nur Mauerrest bestauen, sondern fast vollständig erhaltene Verkaufstheken, Marmortische und Wasserbecken. Zudem finden sich wundervolle und aufwendige Fußbodenmosaike sowie farbenprächtige Wandmalereien.
Wenn man so durch die Gassen schlendert mit den Brunnen, geht einem manchmal die Fantasie durch und man kann sich nur zu gut vorstellen wie das Leben damals gewesen war.
Wir könnten hier noch viele Zeilen verfassen über die einzelnen Abschnitte, Villen und Tempel oder darüber wie wir uns gefühlt haben, aber das würde bei weitem den Rahmen des Beitrags sprengen. Ebenso könnten locker hundert Bilder einfügen, aber lieber möchten wir jedem raten, Pompei mal selbst zu besuchen. Es ist unglaublich spannend in diese geschichtsträchtige Ausgrabungsstätte einzutauchen.
Und wer nicht gleich 3 Tage investieren möchte, dem empfehlen wir, das Pomeji Plus Ticket. Dieses enthält die Villa dei Misteri, welche am Rande der Ausgrabungsstätte liegt. Sie ist unabhängig von Pompei nicht zu besuchen, aber mit ihren Wandbilder ungemein sehenswert.

Wer mehr Zeit hat, sollte sich dem Pompei-Marathon antun. Die Villen in Oplontis, Boscoreale und Stabia sowie zwei Museen sind ebenfalls einen Besuch wert.
Für den zweiten Tag hatten wir uns für Oplontis und Stabia entschieden, da uns die Philosophie des Shuttleservices nicht bekannt war.
Vom Haupteingang Pompeis ging es gleich mit dem ersten Shuttlebus hinaus nach Oplontis. Der Fahrer informierte uns noch kurz, dass er uns in 45 Minuten wieder abholen würden. Genug Zeit, um die Villa di Oplantis zu besichtigen. Auch hier gibt es viele gut erhaltene Wandmalereien und sogar einige Statuen zu sehen.
Pünktlich um 10:45 Uhr war der Fahrer zurück. Als wir ihm jedoch mitteilten, dass wir jetzt nach Stabia wollten, verwieß er uns auf den nahegelegenen Bahnhof. Offensichtlich fuhr er nicht nach Stabia. Was nun? Uns blieb nichts anderes übrig, als mit dem Zug nach Stabia zu fahren. Aber wie kommt man vom Bahnhof zu den Villen? Quasi gar nicht. Der Shuttle fährt von einem anderen Bahnhof und auch nur um 11, 14, 16 und 18 Uhr. Es blieb uns nichts anderes übrig, als zu laufen.
Ebenso kommt man von der einen Villa zur nächsten am einfachsten zu Fuß, es sei denn, man erwischt gerade den Shuttle. Das Museum wiederum ist schon ein gutes Stück weg. Deshalb wollten wir, wenn schon nicht den Shuttle, wenigstens den Bus nehmen. Haltestellen erkennt man zwar durchaus, allerdings hängen nirgend Fahrpläne aus. Liegt vermutlich daran, dass es sich dabei nur um ungefähre Angaben handeln würde. Zum Glück gibt es aber Apps und GoogleMaps die neben der Linie auch die ungefähre Abfahrzeit angibt.
Also sollte es doch gar kein Problem sein. Denkste! Ich liebe die deutsche Genauigkeit. In Italien ist selbst auf die App kein Verlaß. Wir warteten auf Linie 307, welche laut App in ein paar Minuten kommen sollte. Doch plötzlich hieß es, der Bus sei bereits abgefahren. Äh, wie? Welcher Bus? Der einzige Bus der vorbeikam war die Linie 310. Und nun? Noch einmal eine halbe Stunde warten? Nein, dann lieber zu Fuß. Sind ja nur ca. 2,5 km.
Unterwegs wurde uns dann eines klar. Linie 307 gibt es nicht mehr. Es ist jetzt Linie 310. Steht halt nur nirgends. Aber was solls, ein Spaziergang bei rund 30°C in Schatten ist doch eine echte Wohltat. Da kommt ein Stand mit Zitronenlimonade genau richtig. Die Limo ist aber eher ein Limonensorbet und unfassbar erfrischend. So schafften wir auch das letzte Stück bis zum Museum.
Nach dem Besuch des Museums hatten wir dann tatsächlich das Glück, den Shuttle zu erwischen. Dieser brachte uns zurück zur Bahnstation, sodass wir glücklich, zufrieden und etwas erschöpft zum Campingplatz zurückkehren konnten.

Jetzt war nur noch Boscoreale übrig. Statt auf den Shuttle zu setzen fuhren wir direkt nach Boscoreale und liefen das kurze Stück zu der Villa mit angeschlossenem Museum.
Neben gut erhalten Mosaiken und Wandbildern gibt es hier auch Abgüsse von Haustieren wie Schweinen und Hunde sowie Überreste eines aufwendig verzierten Karren.
Nach einem Abstecher zum Supermarkt ging es dann etwas früher zurück, um endlich mal wieder die Füße ausruhen zu können. Immerhin sollte es am nächsten Tag gleich weitergehen.

Ercolano

Nach drei Tagen voller „alter Steine“ sollte man meinen wir haben genug. Und ja, eigentlich wäre jetzt mal eine Pause wieder ganz schön gewesen. Und warum haben wir keine Pause eingelegt, wo wir doch genug Zeit haben? Weil heute der 2. Juni war. Der 2. Juni ist in Italien ein Feiertag und ausgerechnet an diesem Tag kann man Geld sparen. Perfekt für uns. Das Herkulaneum ist an diesem Tag nämlich kostenfrei.
Herkulaneum ist das kleine Pompei. Da Herkulaneum mitten in einem Wohngebiet liegt, musste es unmittelbar aus der Vulkanasche herausgegraben werden. Somit liegt der Eingang heute gut 10 Meter über dem alten Straßenniveau, was einem die Möglichkeit gibt, von oben auf den kleinen Ort zu blicken. Das gab uns noch einmal einen ganz andere Perspektiv und Überblick auf die Szenerie.
Im Grunde gibt es hier nichts anderes zu sehen, als in Pompei, allerdings ist es weniger überlaufen, ist weniger weitläufig und an manchen Stellen sind noch die verkohlten Holzbalken zu sehen.
Herkulaneum war ursprünglich ein Küsten- und Fischerort. Heute liegt es durch den Ausbruch des Vesuv gut 500 Meter von der Küste entfernt. Seinerzeit wauren am flachen Sandstrand gewölbte Lager-und Bootshäuser errichtet. Sie dienten im katastrophalen Moment des Ausbruchs hunderte Bewohner als letzter Zufluchtsort. Leider vergebends. Heute ein schauriger Ort, wo man die Skelette der Bewohner besichtigen kann. Unser Fazit: Auch Herkulaneum ist unbedingt ein Besuch wert.

Napoli

Fortsetzung folgt…

If you like our website and would like to read more articles, we would be delighted if you would support us so we can fill the site with more travel experiences.

You can leave a tip via PayPal.

Comments

Hallo ihr zwei Lieben, ihr habt einen ganz tollen  Blog, man hat Lust direkt auf Reisen zu gehen. Gestern hat uns Andreas Mutter besucht. Hat uns sehr gefreut. Sie wollte natürlich auch von unserer Seite wissen ob es euch wirklich gut geht. Konnte nur bejahen. 🤩 Wünschen euch noch eine tolle interessante gesunde und stresssfreie Zeit mit ganz viel tollen Erlebnissen und Eindrücken.  LG Heidi und Andre

Antworten  

Die Nußlochlocher Andre und Heidi

27. Juni 2026, 17:19:21

Write a comment

Your email address will of course not be published.


Allowed:
🖼️ Images (JPG, PNG, GIF, WebP), 📹 Videos (MP4, WebM, MOV), 🎵 Audio (MP3, WAV, OGG), 📄 PDF.
Max. 10 MB per file, max. 3 files.
I have read the privacy policy and agree with it.
Please leave the following fields blank!