Von Livorno nach Civitavecchia
Jetzt waren wir fünf Wochen auf zwei Inseln im Mittelmeer unterwegs gewesen und haben uns mit Regen, Sturm
und frostigen Temperaturen herumgeschlagen.
Wieder auf dem Festland angekommen, wollten wir unsere Reise Richtung Süden fortsetzen.
Livorno bis Montepulciano
Piombino
Die nächtliche &Üuml;berfahrt von Bastia nach Livorno verlief zum Glück ruhig - zumindest was das Meer
anging. Lediglich auf die Schlafsessel hätten wir genauso gut verzichten können. Unbequem, hell
erleuchtet und scheinbar exklusiv für uns reserviert, denn wir waren die einzigen Gäste dort. Und
natürlich bekamen wir die Plätze direkt am Eingang.
Nach einem erfolglosen Versuch, das Licht dimmen zu lassen, zogen wir uns in eine dunklere Ecke zurück und
machten es uns kurzerhand auf dem Boden so gut es ging bequem. An Schlaf war so zwar kaum zu denken, aber davon
ließen wir uns nicht weiter beeindrucken. Nach gut neun Stunden erreichten wir im Morgengrauen wieder
Livorno.
Da wir Livorno bereits gesehen hatten, stellten wir Felía auf den altbekannten Parkplatz ab und
schlenderten nur zu einem kleinen Café für guten Kaffee und einen Snack zum Frühstück.
Gleich im Anschluss ging es wieder auf die Straße und wir richteten unsere Schritte - oder besser unsere
Fahrt - Richtung Süden. Ziel war das Örtchen Piombino - das Einfallstor nach Elba.
Dort angekommen wurden wir direkt vom bunten Treiben eines Wochenmarkts empfangen. Zwischen Ständen voller
Kleidung, Accessoires und regionaler Produkte hätten wir uns einmal komplett neu einkleiden können. Vom
Markttreiben ging es hinein in die Altstadt, wo wir an zahlreichen Cafés vorbeikamen. Schließlich
erreichten wir die Piazza Giovanni Bovio auf der vorgelagerten Landspitze. Von hier kann man bereits einen Blick
auf Elba erhaschen.
Als uns der kleine Hunger einholte, ließen wir uns in einem kleinen Straßencafé nieder. Dies
war, wie sich bald herausstellte, eine hervorragende Idee, als ein plötzlicher Regenguss über Piombino
hereinbrach.
Montalcino
Nur etwa eine Autostunde von Piombino entfernt wartete ein Ort, der eher leise begeistert: die ehemalige
Einsiedlerei Eremo di San Galgano sowie die Ruine der Abbazia San Galgano. Die Einsiedlerei wurde im 12.
Jahrhundert von Galgano Guidotti gegründet und ist heute noch sehr gut erhalten. Nach seinem frühen Tod
mit nur 33 Jahren wurde diese von Zisterzienser-Mönche übernommen. Als jedoch der Platz eng wurde,
begann um 1220 der Bau der Abtei mit Klosteranlage.
Doch eigentlich hatten uns andere Plätze ins Inland von Italien und der Toskana gelockt. Darunter so
klangvolle Namen wie Montepulciano und Montalcino - die für guten Wein bekannt sind - aber vor allem mehrere
Thermalquellen. Die erste davon war für uns die Therme Libere di Petriolo. Direkt neben einer schmalen
Straße gelegen, kann man dort in mehreren Becken das Thermalwasser genießen. Dabei gilt einmal mehr,
die oberen Becken sind mit rund 50°C nur schwer zu ertragen. Die unteren haben hingegen Badewannentemperatur.
Für ganz Mutige bietet sich zudem eine Abkühlung im vorbeifließenden Fluss an.
Die Naturbecken laden zum Entspannen ein und schnell ist man länger drin als geplant. Aber wenn die Sonne
scheint und es doch gerade so gemütlich ist… Schade ist nur, dass es offenbar auch ein paar Besucher
gibt, die hier schon länger sind und sich quasi ihr Wohnzimmer direkt neben den Becken eingerichtet haben.
Nach dem weniger erfrischenden, dafür aber entspannenden Bad in den Thermalbecken ging es weiter nach
Montalcino. Da Montalcino für seine guten Weine bekannt ist und daher zahlreiche Touristen anzieht, bezogen
wir für diese Nacht fußläufig einen Stellplatz. So hatten wir die Möglichkeit von den
leckeren Tröpfchen zu kosten.
Allerdings waren wir natürlich nicht nur wegen des Weins dort. Die Altstadt innerhalb der Stadtmauer lud uns
zu einem ausgedehnten Streifzug durch die Gassen ein. Und was sollen wir sagen. An jeder Ecke laden Geschäfte
zu Weinproben ein. Kleine Läden bieten regionale Fleisch-, Wurst- und Käsewaren an und von den vielen
Restaurants, Bistros und Cafés wollen wir gar nicht erst anfangen.
Gleich außerhalb der Stadtmauern warfen wir noch einen Blick ins Fortezza di Montalcino. Der dortige
Weinhändler verschlug uns dann aber doch den Atem. Dass Wein teuer sein kann, war uns bewusst. Aber eine
Flasche für gut 1.000 €? Wer kauft das? Aber da geht noch was. Wir entdeckten gleich zwei Schätze. Die
eine Flasche sollte sagenhafte 15.000 € und die andere sogar 30.000 € kosten. Wohl gemerkt, es waren jeweils nur
750ml-Flaschen.
Für das Abendessen suchten wir uns dann aus dem breiten Angebot ein kleines Restaurant mit Gewölbe
heraus und genossen einige regionale Köstlichkeiten und dazu etwas Wein.
Montepulciano
Ausgeschlafen und erholt ging es weiter nach Pienza. Das Stadtzentrum ist seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe und im
Jahr 2004 wurde das gesamte Val d'Orcia in die Liste aufgenommen.
Da wir unseren Genuss-Bus direkt neben dem Monastero Maria Tempio dello Spirito Santo abgestellt hatten, wurden
wir von einer Ordensschwester angesprochen und auf den kleinen Shop hingewiesen. Neugierig wie wir sind, betraten
wir das Kloster und wurden sogleich von einem Graupapagei begrüßt, der lautstark zeigte, was er
kann.
Vom Kloster sind es dann nur einige Gehminuten bis zur historischen und touristischen Altstadt. Da diese recht
überschaubar ist, dauert ein Spaziergang durch die Gassen nicht lange. So konnten wir alsbald
weiterziehen.
Montepulciano hieß unser nächstes Ziel. Aber viel weiter als durch das historische Stadttor schafften
wir es nicht, schon wurden wir auf eine kostenlose Führung durch uralte Etruskertunnel hingewiesen.
Kostenlos? Ganz unser Ding. Also sagten wir spontan zu. Die kurze Wartezeit bis zum Beginn der Führung nutzen
wir für einen Blick in den Weinshop.
Wenig später führte uns Melanie durch die Katakomben unter dem Laden und erklärte uns viel
über die Lagerung des Weins und zu den Weinfässern. Besonders beeindruckt hatte uns die Erläuterung
zur Reinigung der Fässer. Durch eine ausgesprochen winzige Öffnung zwängen sich je nach
Größe des Fasses bis zu 3 normale Männer, um die Innenseite von Ablagerungen zu befreien, bevor
neuer Wein eingefüllt werden kann. Platzangst sollte man da nicht haben.
Den Abschluss der Tour bildete dann eine Weinprobe. Sicher sind wir keine Weinkenner oder gar Sommeliers, dennoch
haben wir eine genaue Vorstellung davon, wie für uns Wein schmecken muss. Und so kosteten wir von dem
leckeren Rebensaft und kamen am Ende zu dem Ergebnis, dass wir entweder Schnösel sind oder teurer Wein
einfach nur nicht besser ist. Die Weinprobe steigerte sich beim Flaschenpreis von ca. 20 € (sehr lecker) bis hin
zu 85 € (nein, nicht unser Fall).
Bereits vor der Führung hatten wir damit geliebäugelt, eines der angebotenen kleineren Pakete (zwei
Flaschen) zu erwerben - obwohl unser Weinvorrat noch üppig ist. Und so wanderte auch einer der beprobten
Weine in die Einkaufstasche. Wenn wir den dann mal öffnen, werden wir uns sicher an diesen Tag erinnern. Und
er war ja noch nicht vorbei.
Nach der Führung und der Weinprobe ging es weiter. Allerdings kamen wir nur bis zum Nachbargeschäft.
Dort lud uns Luigi zu einer Olivenölprobe ein. Von der Ölprobe ging er über zu einem
Weißwein - eher unüblich in dieser Region - und zum Abschluss gab es noch einen Schluck vom guten
Dessertwein. Ja, der ist schon echt lecker. Aber 68 € für ein kleines Fläschchen? Da er aber wirklich
gut schmeckte, entschieden wir uns, zumindest von der günstigeren Variante eine Flasche mitzunehmen.
Zusätzlich wurde unser Vorrat an Olivenöl mit einer Flasche aufgestockt.
So, jetzt aber weiter durch die Stadt - hoffentlich. Gut gelaunt - und sagen wir: leicht beschwingt - ging es
durch die nette Altstadt. In einem kleinen Bistro kauften wir ein paar verspätete Snacks und prompt wollte
man uns zu einer Weinprobe einladen. Wir lehnten dankend ab, um den verbleibenden Tag noch mit Sightseeing
verbringen zu können.
Montepulciano bis Vulci
Thermalquellen
Wieder ausgenüchtert besuchten wir den weißen Wal. Wie bitte? Okay, es ging zu „The White
Whale“, auch „La Balena Bianca“ genannt. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine
Thermalquelle. Dieses Mal liegt sie aber wunderschön in ein Waldgebiet eingebettet.
Bereits am Beginn des kurzen Wanderweges gibt es einige natürliche Becken mit Thermalwasser. Das eigentliche
Highlight liegt aber ein paar hundert Meter weiter: &Üuml;ber eine Felsklippe strömt das mineralhaltige
Thermalwasser und hat neben einigen Becken auch gleich eine bizarre, schneeweiße Formation gebildet, der die
Quelle heute ihren Namen verdankt.
Auch wir schlüpften in unsere Badesachen und ließen uns bis an den Hals ins warme Wasser gleiten. Ahhh,
was eine Wohltat.
Von einer Thermalquelle zur nächsten könnte man sagen, denn wir wollten noch Bagno Bossolo besuchen.
Diese liegt bei dem kleinen Örtchen San Casciano dei Bagni, das eine kleine aber nette Altstadt hat. Die
Quelle selbst ist dann aber leider weniger schön. Sie ist in ein Becken gefasst und mit einem römisch
anmutenden Dach versehen. Sonst aber eher unscheinbar. Ein paar Fotos - und schon waren wir wieder weg.
Dafür konnten wir noch Orvieto anfahren. Die inzwischen sehr touristische Stadt kann mit einigen
Sehenswürdigkeiten aufwarten. Eine davon ist mit Sicherheit der Duomo di Orvieto, der mit seiner Fassade
stark an den Dom von Florenz erinnert. Das Besondere aber hier sind die sehr freizügigen Darstellungen von
Adam und Eva als Reliefs an der Fassade.
Beim Bummeln durch die Altstadt stellten wir schnell fest: Hier ist alles auf Touristen ausgelegt. Die Restaurants
sind deutlich teurer als sonst, und neben mehreren Eisdielen findet man Läden mit allen möglichen
Mitbringseln. Aber Läden mit regionalen Produkten, wie wir sie in anderen Orten gesehen hatten, sucht man
vergebens.
Um mal wieder Wäsche waschen zu können und für etwas mehr Komfort, ging es heute mal auf einen
Campingplatz direkt am Lago di Bolsena.
Sovana · Saturnia · Semproniano
Für unsere Weiterfahrt hatten wir uns bereits einige Sehenswürdigkeiten herausgesucht, unter anderem
eine archäologische Stätte: Parco Archeologico Città del Tufo und eine weitere Thermalquelle:
Cascate del Mulino. Und zur Erholung sind wir zufällig auf den Campingplatz von Bas und Domenica
gestoßen. Dazu aber später mehr.
Von Melanie und ihrem Freund - die wir am Lago di Bolsena kennengelernt hatten - haben wir den Tipp bekommen, uns
einige der kleinen Orte dort in der Region anzusehen. So starteten wir mit dem Ort Pitigliano, das auch
„Klein-Jerusalem“ genannt wird. Grund dafür ist, dass ab dem 16. Jahrhundert Juden in Pitigliamo
Zuflucht vor Vertreibung und Verfolgung fanden und daher stark vom Judentum geprägt ist. Auch wir statteten
der Synagoge einen Besuch ab. Leider wurde uns dabei einmal mehr bewusst, dass sich in Deutschland aktuell die
Geschichte wiederholt und jeder einen Schuldigen für seine Situation sucht, statt bei sich selbst
anzufangen.
Weiter ging es nach Sovana, einem winzigen Dorf mit nur 120 Einwohnern. Die Geschichte des Dorfes reicht jedoch
zurück bis in die Etruskerzeit. Die meisten Sehenswürdigkeiten, wie der Dom oder das Kloster, stammen
aber aus der Zeit um das 11. Jahrhundert. Gleich außerhalb des Ortes lockt zudem der Parco Archeologico
Città del Tufo mit einigen sehr sehenswerten etruskischen Nekropolen. Diese ähneln sehr stark denen
auf Sardinien, sind aber um einiges größer und waren unter einst opulenten Tempeln angeordnet.
Schließlich sollte es noch nach Saturnia gehen oder genauer gesagt zur Cascate del Mulino, einer weiteren
Thermalquelle. Diese ist jedoch touristisch deutlich besser erschlossen, was auch die Besucherzahl leider massiv
erhöht. Einen Besuch und ein Bad ist sie aber in jedem Fall wert.
Nun stand uns noch eine in der Region schwierige Herausforderung bevor. Der Plan war, für einige Tage auf
einen etwas abgelegenen Campingplatz zu fahren. Dafür benötigt man selbstverständlich Lebensmittel.
Geschäfte gibt es aber so gut wie keine dort. In Semproniano wurden wir fündig. Ein Minimarkt verkauft
die nötigsten Lebensmittel. Das Angebot ist überschaubar und die Auswahl winzig. Aber hungern wollten
wir halt auch nicht.
Am frühen Abend erreichten wir Sasso Corbo - und waren sofort begeistert. Die niederländischen Besitzer
Bas und Domenica haben hier mit viel Herzblut einen ganz besonderen Ort geschaffen. Heute ist er der einzige
FKK-Campingplatz in der Toskana. Und angesichts der Temperaturen der letzten Tage für uns die schönste
Alternative für Ruhe und Entspannung.
Bas erklärte uns kurz bei einem Glas Wein alles zum Platz: Infinitipool, ein Gemeinschaftsbereich mit
Kühlschrank, kalten Getränken, Kaffeeautomat und einigen haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Saucen und
Marmelade. Dann ging es um den Stellplatz. Wir durften uns auf dem großzügigen Gelände umsehen und
uns einen der freien Plätze selbst aussuchen. Anders als auf klassischen Campingplätzen sind diese
locker verteilt und überaus großzügig. So hat jeder Gast reichlich Platz für sich und kann im
Gemeinschaftsbereich und am Pool mit anderen Gästen zusammenkommen. Verteilt über den Platz gibt es
Sanitärstationen mit WC, Dusche und Spülbecken. Sogar Außenduschen sind vorhanden.
Zusätzlich bieten Bas und Domenica einen Brotservice an. Wenn man sich bis 15 Uhr in eine Liste
einträgt, erhält man am nächsten Tag frisch gebackenes und unglaublich leckeres Brot.
Klingt perfekt? War es auch - fast. Denn das Wetter hatte andere Pläne. Der Wind legte zu, die Temperaturen
sanken - und aus FKK und Sonnenbaden wurde… eher Tee trinken im Hoodie. Immerhin testete Frank die
Außendusche. Warmwasser gibt's - also ein kleiner Sieg.
Schweren Herzens und wegen des schlechten Wetters früher als geplant verabschiedeten wir uns von dem
wundervollen Campingplatz Sasso Corbo - dafür ausgestattet mit frischem Brot.
Abgesehen von kleinen Spaziergängen durch die Orte Semproniano und Manciano hatten wir heute nichts vor. So
konnten wir uns treiben lassen und den Tag genießen. Am späten Nachmittag hielten wir dann noch am
Castello dell'Abbadia. Die gut erhaltene Burg oberhalb des Flusses Fiora konnte saisonbedingt zwar nicht
besichtigt werden, ist aber im Ensemble mit der Steinbrücke ein echter Hingucker.
Region Vulci
Da es in der Region noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten gibt, wie z.B. die Città Etrusco-Romana
di Vulci und Andrea wieder eine Schulung bevorstand, ging es auf den Campingplatz Area Sosta. Der Platz liegt
etwas abseits aller Touristenströme und ist deshalb super ruhig. Dennoch muss man auf fast nichts verzichten.
Saubere WCs und großzügige und moderne Duschen sind da nur der Anfang. Ein Gemeinschaftshäuschen -
zur Not inkl. Holzofen - lädt zum Verweilen ein und als Highlight gibt es einen Pool, der mit Thermalwasser
befüllt ist. Nachts im warmen Wasser liegen und in den Sternenhimmel schauen - das hat schon was.
Perfekt also für Franks Geburtstag. Und es gab sogar Kuchen! Andrea weihte dafür erstmals unseren
Omnia-Ofen ein - mit Erfolg.
Einziges Manko an dem Platz, das angepriesene WLAN funktioniert nur an der Rezeption und der Mobilfunkempfang ist
eine Katastrophe - für Andreas Schulung also eine echte Herausforderung.
Wem der Thermalpool zu zivilisiert ist, kann es auch gerne etwas rustikaler haben. Nur wenige 100 Meter entfernt
gibt es zwei Naturbecken, die aus der gleichen Thermalquelle gespeist werden. Dort treffen sich die Einheimischen
zum Plausch im warmen Wasser.
Città Etrusco-Romana di Vulci
Die Tage, ausgefüllt mit Arbeit an der Homepage und Schulung, vergingen mal wieder wie im Fluge und wir
hatten ein bisschen das Gefühl, nichts von dem Stellplatz gehabt zu haben. Trotzdem zog es uns weiter, Rom -
die Ewige Stadt - rief.
Doch so richtig weit kamen wir zunächst nicht. Die archäologische Stätte Città
Etrusco-Romana di Vulci liegt nur einen Steinwurf vom Campingplatz entfernt. Auf dem weitläufigen
Gelände wurden die &Üuml;berreste einer etruskischen Siedlung, wie Zugangstore, Tempel und Teile eines
Aquädukts, sowie einige Gräber gefunden. Ein gut zweistündiger Rundweg führt an den
interessantesten Fundstellen vorbei. Wer noch mehr Zeit investieren möchte, kann auch den dreistündigen
Rundweg nutzen.
Aufgelockert wird das Ganze von den Rindern, die auf der angrenzenden Weide leben und ihre riesigen Hörner
zur Schau stellen.
Dieser Ort ist eine wunderbare Einstimmung auf die zurecht zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Nekropolen bei
Tarquinia.
Vulci bis Roma
Tarquinia
Tarquinia hat, wie so viele andere Orte in Italien, eine sehenswerte Altstadt. Sie wirkt aber deutlich weniger
touristisch als es der Ort angesichts seiner Sehenswürdigkeiten vermuten lässt. Zudem gibt es in der
Altstadt von Tarquinia mehr Türme zu sehen als in
San Gimignano.
Doch das wahre Highlight liegt am Stadtrand: das UNESCO-Weltkulturerbe Necropoli dei Monterozzi. Auf dem
Gelände wurden mehrere Nekropolen aus der Zeit zwischen 500 und 200 v. Chr. entdeckt und sind heute der
Öffentlichkeit zugänglich. Das besondere sind hier aber die unglaublich gut erhaltenen Wandmalereien.
Daher kann man zwar zu den Nekropolen hinabsteigen, diese selbst aber nicht betreten. Die Grabkammern sind
hermetisch verschlossen und werden auf Knopfdruck mit Kunstlicht ausgeleuchtet. So sollen die uralten Malereien,
die uns sprachlos machten, noch möglichst lange erhalten bleiben. Schon erstaunlich, mit wie viel Gespür
für Ästhetik schon damals Kunstwerke geschaffen wurden und dass die Farben bis heute nicht komplett
verblasst sind.
Im Eintrittspreis enthalten ist zudem das Museo Archeologico Nazionale di Tarquinia im Palazzo Vitelleschi. Wir
streiften durch die Hallen des Palazzos und bewunderten die Fundstücke aus den Nekropolen. Die Sarkophage mit
realistischen, dreidimensionalen Darstellungen der Verstorbenen und Grabbeigaben wie Schmuck und Keramik sind nur
ein Teil der Ausstellungsstücke und brachten uns wiederholt zum Staunen.
Allein für diese beiden Orte kann man gut und gerne einen ganzen Tag einplanen.
Bei den Nekropolen von Tarquinia kann man gleich ein Kombiticket für die zweite UNESCO-Stätte bei
Cerveteri erwerben. Dieses ist dann für satte vier Monate gültig und berechtigt zum Besuch der beiden
Ausgrabungsstätten sowie der beiden dazugehörigen Museen.
Da wir jedoch den Campingplatz bei Rom bereits im Voraus gebucht und uns mit dem Ausmaß der
archäologischen Stätten verkalkuliert hatten, musste Cerveteri noch etwas warten, und so hieß
unser nächster Stopp: Rom - die Ewige Stadt.
Roma bis Civitavecchia
Roma
Um uns in Rom entspannt umsehen zu können und angesichts des römischen Verkehrs, hatten wir bereits im
Vorfeld entschieden: Felía bleibt draußen. Zum einen hätte die Parkplatzsuche vermutlich in
einem Nervenzusammenbruch geendet. Zum anderen hätten wir uns durch chaotischen Großstadtverkehr
quälen müssen.
Daher hatten wir am Rande der Stadt einen Campingplatz gebucht, wo wir unsere zeitweise Homebase einrichteten.
Neben einem Schlafplatz hatten wir gleich noch Toilette und Dusche für mehr Komfort sowie die
Möglichkeit, Wäsche zu waschen.
Aber einfach nur Rom anschauen? In einer derart geschichtsträchtigen Stadt keine Option.
Locken doch einige Orte und Plätze, die man einfach gesehen haben muss: Petersdom, Vatikanische Museen mit
der Sixtinischen Kapelle, Pantheon und gefühlt noch 437 weitere Highlights.
Im Internet fanden wir heraus, dass einige Museen am ersten Sonntag im Monat kostenlos sind. Bingo, wir waren
genau über das erste Wochenende im Mai in Rom. Manchmal meint es das Reiseuniversum einfach gut mit uns.
Für den Petersdom erwarben wir „Skip-the-Line-Tickets“, damit wir nicht bis Neapel anstehen
müssen. Auch für die Engelsburg ergatterten wir noch Karten. Nur bei den Vatikanischen Museen sah es
düster aus - entweder ausverkauft oder nur noch zu Preisen, bei denen man kurz überlegt, ob
Michelangelo persönlich den Audioguide spricht.
Neben der Jagd nach Tickets waren wir auf der Suche nach Stadtrundgängen auf eigene Faust, die uns zu den
Highlights der Stadt bringen. Wie hat man das nur früher alles bewerkstelligt, so ganz ohne Internet?
Früher brauchte man dafür einen Rucksack voller Reiseführer, eine gute Stadtkarte und eine Portion
Orientierungssinn. Heute kann man aus dem Vollen schöpfen und mit Hilfe von digitalen Tools die
verschiedenen Infos zusammenbringen.
Neben mehreren Touren durch die Stadt fanden wir eine umfangreiche Liste an Sehenswürdigkeiten. Werden die
geplanten vier Tage dafür reichen?
Gleich am ersten Tag in Rom lenkten wir unsere Schritte zu dem Highlight der Stadt: Vatikanstadt. Ziel war der
Petersdom. Ausgestattet mit Audioguide und angemessener Kleidung - ist schließlich Vorschrift - betraten
wir das Zentrum des Christentums.
Zu unserer Freude besuchte auch eine osteuropäische Gruppe in Tracht den Petersdom. Sie nahmen an einer
Messe in einer der seitlichen Kapellen teil und sangen ihre Kirchenlieder. Wir waren unglaublich ergriffen von der
Szenerie. Selbst Frank, der mit Kirche sonst eher wenig am Hut hat, bekam Gänsehaut. Viele der Besucher
knieten sogar ehrfürchtig nieder.
Schließlich durften wir auch in die Gruft hinabsteigen und an den Sarkophagen der ehemaligen Päpste
vorbeischreiten. Dabei erlebten wir eine für uns traurige Situation:
Beim deutschen Papst Benedikt XVI. spuckte ein offenbar italienischer Besucher auf den Boden und sagte
„Nazi“ und „Rassist“. Dies zeigte uns einmal mehr, welches Bild wir Deutschen gerade
aktuell der Welt von uns vermitteln. Und obwohl gerade wir sehr weltoffen sind, schämten wir uns für
die derzeitige Entwicklung in Deutschland.
Nach diesem emotionsgeladenen Besuch ging es auf Erkundungstour durch Rom. Da wir keine Karten für die
Vatikanischen Museen bekommen hatten, hatten wir Zeit. Warum nicht mal einen ganzen Staat zu Fuß umrunden
😉. Immer am Fuße der Festungsmauer entlang liefen wir gemütlich um den Vatikan herum.
Anschließend ging es an der Engelsburg vorbei und den Tiber entlang, bevor es weiter in die Stadt hinein
zur Piazza del Popolo ging.
Dort startete einer der Stadtrundgänge, auf welchem wir zunächst an der Scalinata di Trinità dei
Monti und dem Museo e Cripta dei Frati Cappuccini vorbeikamen. Letzteres ist vor allem für seine
etwas… sagen wir spezielle Krypta bekannt. Die Kapuziner-Mönche gestalteten dort aus den Knochen
verstorbener Brüder kunstvolle Verzierungen, Altäre und ganze Räume. Definitiv nichts, was man als
„minimalistische Deko“ bezeichnen würde.
Weiter ging es zum berühmten Fontana di Trevi, wo auch wir die obligatorische Münze werfen wollten,
schließlich wollen wir irgendwann mal wieder nach Rom kommen. Wegen des stetig wachsenden
Touristenansturms hat die Stadt reagiert und so kann man nur noch begrenzt und gegen eine kleine
Eintrittsgebühr direkt an den Brunnen heran.
Danach schlenderten wir weiter vorbei an der Area Sacra di Largo Argentina.
Wir wären nicht die Weltgenießer, wenn wir die Kulinarik nicht beachten würden, und da hat die
Ewige Stadt eine Menge zu bieten. Und was ist besser zur Erfrischung an einem sonnigen Tag? Natürlich ein
Eis. Aber Eis ist nicht gleich Eis. Wer kennt sie nicht, die kunstvoll aufgetürmten Eisberge in den
Eisdielen. Aber wie kühlt man diese bei 30°C und ohne Tiefkühlschrank? Genau, gar nicht. Derartig
aufgetürmtes Eis enthält diverse Zusätze, um es vor dem Schmelzen zu bewahren und hat mit
handwerklichem Gelato ungefähr so viel gemeinsam wie Instantkaffee mit italienischem Espresso. Auch
können zumindest uns knallig bunte Werbetafeln nicht locken. Das sind doch alles Tourifallen.
Wir verlassen uns da lieber auf Empfehlungen. Von einem lieben Freund hatten wir eine Eisdiele benannt bekommen,
die in einer unscheinbaren Seitenstraße liegt. Der Laden verzichtet auf schreiende Werbung und das Eis ist
in abgedeckten Gefäßen untergebracht. Aber das Beste: günstiger, cremiger und deutlich leckerer
als an den typischen Touri-Hotspots. Danke für den Tipp.
Zum Abendessen zogen wir in den Stadtteil Trastevere, wo an jeder Ecke ein Lokal auf Gäste wartet. Aber
Vorsicht, Restaurants mit auffälligen Plakaten, die mit günstigen Menüs werben, sollte man meiden.
Das günstige Essen erkauft man sich dann mit horrenden Getränkepreisen. Oder warum kostet dort eine
0,33l Cola plötzlich 4,50 €?
Aber es gibt auch kleine - gefühlte Gemeintipps - zu entdecken. Das Essen ist authentisch und die Preise
erschwinglich. Man muss nur etwas danach suchen.
Beim Rundgang um den Vatikan hatten wir herausgefunden, dass man offenbar an der Tageskasse Tickets für die
Vatikanischen Museen bekommen kann. Allerdings muss man früh da sein und etwas Geduld mitbringen. Wie viel
Geduld man benötigt, um auf diese Art in die Sixtinische Kapelle zu kommen? Einiges! Wir standen extra um 5
Uhr auf und fuhren nach einem schnellen Frühstück frühzeitig in die Stadt. Schock! Um 7 Uhr
morgens stand bereits eine beachtliche Menschenmenge an der Tageskasse an. Haben die dort übernachtet? Die Museen
öffnen doch erst um 9 Uhr. Egal, erst einmal anstellen und warten.
Und unsere Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Nach sage und schreibe sechs Stunden hieß es
für uns endlich, hereinspaziert. Aber das Warten ist es wert, wenn man kurzfristig hinein will. Die Museen
kosten auf der offiziellen Plattform nur 20 € pro Person. Allerdings sind die Tickets dort oft Monate im Voraus
ausgebucht. Dann kann man aber über diverse Touranbieter Tickets erwerben. Dabei variieren die Preise aber
zwischen 35 € für Einzeltickets last Minute und 90 €. Es ist offensichtlich, die Touranbieter kaufen
regelmäßig das Kontingent für 20 € auf und verkaufen dann die Tickets zum Teil für den
vierfachen Preis.
Ist man endlich drin, wird man schier erschlagen. Nicht umsonst sind es die Vatikanischen Museen (also Mehrzahl).
Vom Museo Gregoriano Egizio über Museo Chiaramonti bis zur Galleria dei Candelabri kann man unzählige
Räume mit Wand- und Deckengemälden, Kunstwerken und Statuen und Einigem mehr durchstreifen. Aber
Achtung, es drohen Maulsperre und Nackenschmerzen. Erstere, weil einem wiederholt die Mundlade herabklappt, bei
diesen atemberaubenden Ausstellungstücken. Letztere, weil man ständig die reichverzierten Decken
bestaunt.
Der Besucheransturm bringt es zwar mit sich, dass man ein wenig durch die Räume geschoben wird, aber es
bleibt durchaus Luft und Zeit für das eine oder andere Foto. Wie wohl die meisten Besucher, freuten wir uns
aber ganz besonders auf die Sixtinische Kapelle mit den berühmten Deckenmalereien von Michelangelo inkl. des
viel zitierten Gemäldes „Die Erschaffung Adams“. Leider ist von der erhabenen Atmosphäre
wenig zu spüren. Der Raum ist gefüllt von Touristen und keiner hält sich daran, dass dort Stille
herrschen soll. Aber einmal im Leben durch diese altehrwürdige Halle zu schreiten, ist ein Muss.
So kann man auch einen Tag in Rom verbringen.
Da heute der erste Sonntag im Monat war, wollten wir uns die Chance nicht entgehen lassen, das Angebot
kostenlosen Eintritts zu nutzen. Klingt zunächst super. Alle möglichen Sehenswürdigkeiten in Rom
ohne die Kosten für ein Ticket besichtigen zu können. Aber wie immer gibt es einen Haken: den
Massentourismus.
Dieser geht einher mit überaus schlechten Haltungsbedingungen des Nutzviehs. Schon an normalen Tagen steht
man meist recht lange an. Aber wenn es kostenlos ist? Ossis verstehen, was wir sagen wollen. Die Schlangen sind
noch um einiges länger. Also mussten auch wir uns entscheiden, was wir uns ansehen wollen. Die Wahl fiel auf
das Pantheon.
Früh aufstehen? Pflicht! Zeitig in die Stadt fahren? Absolut empfehlenswert! So hatten wir zunächst
noch den Platz sowie den Vorbau des Pantheons für uns allein und konnten quasi die Schlange eröffnen.
Nach ein wenig Warten wurden wir dann aber unter dem Vordach vertrieben und mussen auf dem Platz selbst die
Öffnung des Pantheons abwarten.
Pünktlich um 9 Uhr wurden die Zugänge geöffnet und wir gehörten zu den ersten, die dieses
beeindruckende Bauwerk betreten durften. Mal das Pantheon praktisch für sich allein. Das erlebt man sicher
nur sehr selten.
Nachdem wir der markanten Kuppel mit der Öffnung und den Statuen, Fresken und Reliquien genug Aufmerksamkeit
geschenkt hatten, überließen wir das Pantheon den anderen Besuchern. Und das waren eine Menge.
Vorbei an einer schier endlos langen Schlange suchten wir unseren Weg zur Piazza Navonna, von wo ein weiterer
Stadtspaziergang durch Rom startet.
Doch zuvor wollten wir einem weiteren Tipp bzgl. einer guten Eisdiele folgen und tauchten tiefer in das Viertel
ein. Schnell stellten wir fest, hier kann man sich treiben lassen und die Gassen erkunden.
Dabei kommt man unweigerlich an der Eisdiele vorbei. Wir waren aber viel zu früh dran. Gut um 10 Uhr ein
Eis, ist schon eher ungewöhnlich. Da uns niemand hetzte, setzten wir unsere Erkundungstour fort und
besichtigten eine Kirche und ließen uns bei einem Espresso ein typisch, römisches Maritozzi
schmecken.
In einer anderen Gasse stießen wir auf eine kleine Absperrung und einem älteren Pärchen, das
offenbar auf die Öffnung eines kleinen Lokals wartete. Aber warum? Die Antwort fanden wir auf einem
Hinweisschild. Das „Two Sizes“ rühmt sich mit den Slogan: The best Tiramisù in Town. Was
eine Ansage.
Wir sind die Weltgenießer, der Laden öffnete in ca. 10 Minuten und wir standen ganz vorn.
Natürlich warteten wir ebenfalls. Und mit uns ganz schnell sehr viele andere Schleckermäuler. Die
Schlange reichte schon bald bis weit in die Gasse hinein. Und dabei ist das Konzept denkbar einfach: Es gibt zwei
Größen und zwei Preise (der Name ist Programm) sowie vier bis fünf Sorten.
Kaum geöffnet, hatten wir auch schon unsere Pistazien-Variante der klassischen, italienischen Nachspeise in
der Hand. Ob es das Beste der Stadt ist, darf jeder selbst beurteilen. Uns hat es auf jeden Fall geschmeckt.
Aber was ist jetzt mit dem Eis? Stimmt, da war ja noch was. Wir hatten uns extra nur eine kleine Portion geteilt.
So dürfte es wohl akzeptabel sein, wenn wir uns jetzt noch ein Gelato gönnen. Besonders gefallen hat
uns, dass man bei der Zubereitung quasi dabei ist. Direkt hinter einer großen Schaufensterscheibe wird das
Eis aus natürlichen Zutaten hergestellt. Zudem gibt es je nach Jahreszeit unterschiedliche Sorten. Da gilt
einmal mehr: wer die Wahl hat, hat die Qual.
Und das Eis war dann aber auch wirklich sehr lecker. Danke für den Tipp.
Anschließend ging es weiter mit der Erkundungstour quer durch Rom. Vorbei am Monumento a Vittorio Emanuele
II zum Foro Romano. Ein Abstecher zum Musei Capitolini und dann zum Colosseo. Dieses umrundeten wir, bevor wir
durch einige Gassen schlenderten, um schließlich ins lebhaften Trastevere zum Abendessen zu ziehen.
Wie schon geschrieben, hatten wir für unseren letzten Tag in Rom Karten für die Engelsburg ergattern
können. Dies gab uns die Gelegenheit, dieses historische Gebäude, um welches sich viele Legenden
ranken, besichtigen zu können und wir mussten dafür nicht extra Schlange stehen.
Trotzdem ging es schon sehr früh in die Stadt. In der Nähe des Bahnhofs Termini wollten wir mit unserem
Spaziergang beginnen. Hier steht die Basilica Papale di Santa Maria Maggiore. Von dort gelangt man über den
Campo de' Fiori - mit täglichem Markttreiben - zur Engelsburg.
Ausgerüstet mit einem Audioguide erkundeten wir das ehemalige Mausoleum, das immer wieder umgebaut,
erweitert und zu einer Festung umgenutzt wurde. Von den Wehrmauern aus genossen wir den Blick über Rom
und Vatikanstadt.
Danach folgte noch ein Stadtbummel, bevor es wieder zurück auf den Campingplatz ging. Wir hatten ja noch was
vor.
Im WhatsApp-Status hatten wir geheimnisvoll etwas angekündigt. Wer uns auf Instagram, Facebook oder YouTube
folgt, hatte es bereits gesehen. Als wir bei den Vatikanischen Museen anstanden, erhielten wir - wohl wegen
vorangegangener Urlaube - zufällig ein unschlagbares Angebot: eine Kreuzfahrt mit der MSC.
Normalerweise kosten Kreuzfahrten ab 100 € pro Person und Nacht. Hier sollten es nur 54 € sein. Abfahrt in
wenigen Tagen? Abfahrtshafen: Civitavecchia? Wir konnten einfach nicht anders. Wir buchten uns kurzentschlossen
ein. 7 Nächte mal wieder mit allem Komfort. Das klang fast wie Urlaub von der Reise. Aber irgendwie war es
auch Recherche. Immerhin wurden Häfen angefahren, die wir auf unserer Reise hoffentlich auch noch besuchen
werden. Welche Häfen es genau sind: das verraten wir im entsprechenden Blogbeitrag.
Wenn man aber auf eine Kreuzfahrt gehen will, muss man Sachen packen. Allerdings brachte das ein neues Problem
mit sich: Wir waren absolut nicht kreuzfahrttauglich ausgestattet. Galaabend? Kapitänsfoto? Unsere
Standardgarderobe bestand eher aus „Roadtrip Chic“ - also Jeans, T-Shirts und praktische Sachen. Da
kam es uns irgendwie gerade Recht, dass einige unserer Hosen unter der Dauerbelastung gelitten hatten und ohnehin
ersetzt werden mussten. Ein Shoppingcenter in der Nähe des Campingplatzes gab es auch noch und so gab es mal
neue Sachen. Nein, wir haben keine Abendgarderobe gekauft. Aber bei den Hosen wurde auf etwas mehr "Chic"
geachtet und eins, zwei neue T-Shirts die als „Smart Casual“ durchgehen, waren auch noch drin.
Ansonsten wurde die beste und feinste Garderobe herausgesucht, die wir hatten - Jeans und T-Shirt 😉. Aber
wohin damit? Koffer hatten wir nicht. Reiserucksäcke? Fehlanzeige. Wir stopften alles was möglich war in zwei
Tagesrucksäcke. Der Rest wurde in zwei große Einkaufstaschen verstaut. Na hoffentlich lässt man
uns mit diesen „Türkenkoffern“ aufs Schiff.
Necropoli della Banditaccia
Bevor es aber nach Civitavecchi und aufs Schiff ging, fuhren wir noch die Necropoli della Banditaccia an. Die
zweite UNESCO-Weltkulturerbestätte unseres Kombitickets.
Hier wurde uns schnell klar, dass dies keine zufällig Anordnung von Gräbern ist, sondern ein bewusst
angelegter Friedhof. Neben einigen sehr großzügigen Grabhügeln mit aufwendigen Grabkammern, gibt
es Gebäude mit mehreren ähnlichen Grabkammern (quasi Reihengräber). Daneben gibt es kleine und
deutlich einfachere Grabkammern.
In viele dieser Kammern kann man nur von außen hineinsehen. Bei anderen wiederum kann man hineinsteigen und
so die Ausmaße viel besser erfassen. Interessant fanden wir einige der Kammern, da neben den bettartigen
Podesten für die Toten Sessel aus dem Stein herausgehauen wurden. Die Grabkammer, die ohnehin wie
Wohnstätten mit Dach aussehen, bekommen dadurch noch mehr den Charakter eines Hauses. Dienten die Sessel nur
als Dekoration? Oder setzten sich die Angehörigen dort während eines Besuchs nieder?
Aber im Zentrum der Anlage befindet sich das Highlight. Eine nur durch eine Glasscheibe zu besichtigende
Grabkammer. Diese große Kammer mit zwei Stützen ist reich mit Reliefs versehen, die einst
farbenprächtig bemalt waren. Die hier Bestatteten müssen hochangesehen und wohlhabend gewesen sein.
Dann war es aber an der Zeit nach Civitavecchia aufzubrechen, wenn wir uns dort noch etwas umsehen wollen. Am
Ende wurde nichts daraus. Nachdem wir unsere Felía auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt
hatten, der am Nachmittag sogar kostenfrei sein soll, wurden wir von einem jungen Mann angesprochen. Er wollte
von uns satte 4 € und meinte, er würde schon auf unser Auto aufpassen. Wie bitte? Nicht gerade
vertrauenserweckend, wenn wir uns offenbar sein Vertrauen erkaufen sollten. Was würde wohl passieren, wenn
wir nicht zahlen? Wir fanden es schnell heraus. Als wir dankend ablehnten, wurde uns recht unwirsch klar gemacht,
dass er nicht für die Sicherheit unseres Autos garantieren könne.
Er wollte wohl eher damit sagen: Wenn du nicht zahlst, kommen meine Freunde und ich schaue natürlich
ausgerechnet dann woanders hin. Okay, den Stadtbummel hatte er uns vermiest und so fuhren wir direkt zu unserem
heutigen Schlafplatz. Dieser entschädigte dann mit einem schönen Sonnenuntergang über dem Meer und
ganz viel Ruhe für dieses Ärgernis.
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Hallo Ihr beiden Welt-Genießer, beim Lesen des Beitrages über Montepulciono und den dortigen Weinpreisen musste ich an ein Erlebnis mit einer sehr teuren Flasche dieses Weines denken. Früher, als ich noch Alkohol zu mir nahm, war ich häufig bei einem Weinhändler. Dieser machte im Rahmen einer Veranstaltung eine Weinlotterie, weil er alte Bestände aus seinem Lager los werden wollte. Der 1. Preis war eine Flasche Montepulciano, ausgezeichnet mit einem VP so um die zweihundert Euro. Ich gewann diese. Zur Verkostung dieser Rarität lud ich gute Bekannte an einem lauen Sommerabend auf die Terrasse ein. Ergebnis: Nach aller Meinung nicht trinkbar, habe im Keller einen köstlichen, wesentlich preisgünstigern Roten geholt und die Stimmung war gerettet. Nicht alles was teuer ist oder teuer gemacht wird, muss einem schmecken. Dann weiterhin gute Fahrt und glückliche Ankunft in der ewigen Stadt.
Wolfgang Engerer
Antworten
Wolfgang Engerer
08. Mai 2026, 14:36:44
Wow, sehr beeindruckend!! ????????????????
Siegi
06. Mai 2026, 22:53:27
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Guten Abend Ihr beiden Weltgenießer, wir waren heute, wie immer am Mittwoch, bei Kieser in der Reichenbergstraße. Da habe ich, Wolfgang, Herrn Wanner getroffen und ihm berrichtet, dass sich ab jetzt Kieser samt allen Trainern/innen keine Sorgen mehr um das Seelenheil machen muss. Grund: Frau Zimmermann ist nun in Rom an der Quelle, wo an jeder Ecke die Sünden der Menschen vergeben werden. Da wird sie doch sicher nicht nur an sich sondern auch an die alte Arbeitsstätte samt Belegschaft gedacht und dafür gesorgt haben, dass diese römische Vergebung bis nach Augsburg kommt. Also dann weiterhin viel Spaß auf der langen schönen Reise und weiterhin so tolle faszinierende Reisebeschreibungen wünscht Euch und sich
Wolfgang Engerer
Antworten
Wolfgang Engerer
27. Mai 2026, 18:17:40