Von Livorno nach Civitavecchia

Jetzt waren wir fünf Wochen auf zwei Inseln im Mittelmeer unterwegs gewesen und haben uns mit Regen, Sturm und frostigen Temperaturen herumgeschlagen.
Wieder auf dem Festland angekommen, wollten wir unsere Reise Richtung Süden fortsetzen.

Livorno bis Montepulciano

Piombino

Die nächtliche &Üuml;berfahrt von Bastia nach Livorno verlief zum Glück ruhig - zumindest was das Meer anging. Lediglich auf die Schlafsessel hätten wir genauso gut verzichten können. Unbequem, hell erleuchtet und scheinbar exklusiv für uns reserviert, denn wir waren die einzigen Gäste dort. Und natürlich bekamen wir die Plätze direkt am Eingang.
Nach einem erfolglosen Versuch, das Licht dimmen zu lassen, zogen wir uns in eine dunklere Ecke zurück und machten es uns kurzerhand auf dem Boden so gut es ging bequem. An Schlaf war so zwar kaum zu denken, aber davon ließen wir uns nicht weiter beeindrucken. Nach gut neun Stunden erreichten wir im Morgengrauen wieder Livorno.
Da wir Livorno bereits gesehen hatten, stellten wir Felía auf den altbekannten Parkplatz ab und schlenderten nur zu einem kleinen Café für guten Kaffee und einen Snack zum Frühstück.
Gleich im Anschluss ging es wieder auf die Straße und wir richteten unsere Schritte - oder besser unsere Fahrt - Richtung Süden. Ziel war das Örtchen Piombino - das Einfallstor nach Elba.
Dort angekommen wurden wir direkt vom bunten Treiben eines Wochenmarkts empfangen. Zwischen Ständen voller Kleidung, Accessoires und regionaler Produkte hätten wir uns einmal komplett neu einkleiden können. Vom Markttreiben ging es hinein in die Altstadt, wo wir an zahlreichen Cafés vorbeikamen. Schließlich erreichten wir die Piazza Giovanni Bovio auf der vorgelagerten Landspitze. Von hier kann man bereits einen Blick auf Elba erhaschen.
Als uns der kleine Hunger einholte, ließen wir uns in einem kleinen Straßencafé nieder. Dies war, wie sich bald herausstellte, eine hervorragende Idee, als ein plötzlicher Regenguss über Piombino hereinbrach.

Montalcino

Nur etwa eine Autostunde von Piombino entfernt wartete ein Ort, der eher leise begeistert: die ehemalige Einsiedlerei Eremo di San Galgano sowie die Ruine der Abbazia San Galgano. Die Einsiedlerei wurde im 12. Jahrhundert von Galgano Guidotti gegründet und ist heute noch sehr gut erhalten. Nach seinem frühen Tod mit nur 33 Jahren wurde diese von Zisterzienser-Mönche übernommen. Als jedoch der Platz eng wurde, begann um 1220 der Bau der Abtei mit Klosteranlage.
Doch eigentlich hatten uns andere Plätze ins Inland von Italien und der Toskana gelockt. Darunter so klangvolle Namen wie Montepulciano und Montalcino - die für guten Wein bekannt sind - aber vor allem mehrere Thermalquellen. Die erste davon war für uns die Therme Libere di Petriolo. Direkt neben einer schmalen Straße gelegen, kann man dort in mehreren Becken das Thermalwasser genießen. Dabei gilt einmal mehr, die oberen Becken sind mit rund 50°C nur schwer zu ertragen. Die unteren haben hingegen Badewannentemperatur. Für ganz Mutige bietet sich zudem eine Abkühlung im vorbeifließenden Fluss an.
Die Naturbecken laden zum Entspannen ein und schnell ist man länger drin als geplant. Aber wenn die Sonne scheint und es doch gerade so gemütlich ist… Schade ist nur, dass es offenbar auch ein paar Besucher gibt, die hier schon länger sind und sich quasi ihr Wohnzimmer direkt neben den Becken eingerichtet haben.
Nach dem weniger erfrischenden, dafür aber entspannenden Bad in den Thermalbecken ging es weiter nach Montalcino. Da Montalcino für seine guten Weine bekannt ist und daher zahlreiche Touristen anzieht, bezogen wir für diese Nacht fußläufig einen Stellplatz. So hatten wir die Möglichkeit von den leckeren Tröpfchen zu kosten.
Allerdings waren wir natürlich nicht nur wegen des Weins dort. Die Altstadt innerhalb der Stadtmauer lud uns zu einem ausgedehnten Streifzug durch die Gassen ein. Und was sollen wir sagen. An jeder Ecke laden Geschäfte zu Weinproben ein. Kleine Läden bieten regionale Fleisch-, Wurst- und Käsewaren an und von den vielen Restaurants, Bistros und Cafés wollen wir gar nicht erst anfangen.
Gleich außerhalb der Stadtmauern warfen wir noch einen Blick ins Fortezza di Montalcino. Der dortige Weinhändler verschlug uns dann aber doch den Atem. Dass Wein teuer sein kann, war uns bewusst. Aber eine Flasche für gut 1.000 €? Wer kauft das? Aber da geht noch was. Wir entdeckten gleich zwei Schätze. Die eine Flasche sollte sagenhafte 15.000 € und die andere sogar 30.000 € kosten. Wohl gemerkt, es waren jeweils nur 750ml-Flaschen.
Für das Abendessen suchten wir uns dann aus dem breiten Angebot ein kleines Restaurant mit Gewölbe heraus und genossen einige regionale Köstlichkeiten und dazu etwas Wein.

Montepulciano

Ausgeschlafen und erholt ging es weiter nach Pienza. Das Stadtzentrum ist seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe und im Jahr 2004 wurde das gesamte Val d'Orcia in die Liste aufgenommen.
Da wir unseren Genuss-Bus direkt neben dem Monastero Maria Tempio dello Spirito Santo abgestellt hatten, wurden wir von einer Ordensschwester angesprochen und auf den kleinen Shop hingewiesen. Neugierig wie wir sind, betraten wir das Kloster und wurden sogleich von einem Graupapagei begrüßt, der lautstark zeigte, was er kann.
Vom Kloster sind es dann nur einige Gehminuten bis zur historischen und touristischen Altstadt. Da diese recht überschaubar ist, dauert ein Spaziergang durch die Gassen nicht lange. So konnten wir alsbald weiterziehen.
Montepulciano hieß unser nächstes Ziel. Aber viel weiter als durch das historische Stadttor schafften wir es nicht, schon wurden wir auf eine kostenlose Führung durch uralte Etruskertunnel hingewiesen. Kostenlos? Ganz unser Ding. Also sagten wir spontan zu. Die kurze Wartezeit bis zum Beginn der Führung nutzen wir für einen Blick in den Weinshop.
Wenig später führte uns Melanie durch die Katakomben unter dem Laden und erklärte uns viel über die Lagerung des Weins und zu den Weinfässern. Besonders beeindruckt hatte uns die Erläuterung zur Reinigung der Fässer. Durch eine ausgesprochen winzige Öffnung zwängen sich je nach Größe des Fasses bis zu 3 normale Männer, um die Innenseite von Ablagerungen zu befreien, bevor neuer Wein eingefüllt werden kann. Platzangst sollte man da nicht haben.
Den Abschluss der Tour bildete dann eine Weinprobe. Sicher sind wir keine Weinkenner oder gar Sommeliers, dennoch haben wir eine genaue Vorstellung davon, wie für uns Wein schmecken muss. Und so kosteten wir von dem leckeren Rebensaft und kamen am Ende zu dem Ergebnis, dass wir entweder Schnösel sind oder teurer Wein einfach nur nicht besser ist. Die Weinprobe steigerte sich beim Flaschenpreis von ca. 20 € (sehr lecker) bis hin zu 85 € (nein, nicht unser Fall).
Bereits vor der Führung hatten wir damit geliebäugelt, eines der angebotenen kleineren Pakete (zwei Flaschen) zu erwerben - obwohl unser Weinvorrat noch üppig ist. Und so wanderte auch einer der beprobten Weine in die Einkaufstasche. Wenn wir den dann mal öffnen, werden wir uns sicher an diesen Tag erinnern. Und er war ja noch nicht vorbei.
Nach der Führung und der Weinprobe ging es weiter. Allerdings kamen wir nur bis zum Nachbargeschäft. Dort lud uns Luigi zu einer Olivenölprobe ein. Von der Ölprobe ging er über zu einem Weißwein - eher unüblich in dieser Region - und zum Abschluss gab es noch einen Schluck vom guten Dessertwein. Ja, der ist schon echt lecker. Aber 68 € für ein kleines Fläschchen? Da er aber wirklich gut schmeckte, entschieden wir uns, zumindest von der günstigeren Variante eine Flasche mitzunehmen. Zusätzlich wurde unser Vorrat an Olivenöl mit einer Flasche aufgestockt.
So, jetzt aber weiter durch die Stadt - hoffentlich. Gut gelaunt - und sagen wir: leicht beschwingt - ging es durch die nette Altstadt. In einem kleinen Bistro kauften wir ein paar verspätete Snacks und prompt wollte man uns zu einer Weinprobe einladen. Wir lehnten dankend ab, um den verbleibenden Tag noch mit Sightseeing verbringen zu können.

Montepulciano bis Vulci

Thermalquellen

Wieder ausgenüchtert besuchten wir den weißen Wal. Wie bitte? Okay, es ging zu „The White Whale“, auch „La Balena Bianca“ genannt. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Thermalquelle. Dieses Mal liegt sie aber wunderschön in ein Waldgebiet eingebettet.
Bereits am Beginn des kurzen Wanderweges gibt es einige natürliche Becken mit Thermalwasser. Das eigentliche Highlight liegt aber ein paar hundert Meter weiter: &Üuml;ber eine Felsklippe strömt das mineralhaltige Thermalwasser und hat neben einigen Becken auch gleich eine bizarre, schneeweiße Formation gebildet, der die Quelle heute ihren Namen verdankt.
Auch wir schlüpften in unsere Badesachen und ließen uns bis an den Hals ins warme Wasser gleiten. Ahhh, was eine Wohltat.

Von einer Thermalquelle zur nächsten könnte man sagen, denn wir wollten noch Bagno Bossolo besuchen. Diese liegt bei dem kleinen Örtchen San Casciano dei Bagni, das eine kleine aber nette Altstadt hat. Die Quelle selbst ist dann aber leider weniger schön. Sie ist in ein Becken gefasst und mit einem römisch anmutenden Dach versehen. Sonst aber eher unscheinbar. Ein paar Fotos - und schon waren wir wieder weg.
Dafür konnten wir noch Orvieto anfahren. Die inzwischen sehr touristische Stadt kann mit einigen Sehenswürdigkeiten aufwarten. Eine davon ist mit Sicherheit der Duomo di Orvieto, der mit seiner Fassade stark an den Dom von Florenz erinnert. Das Besondere aber hier sind die sehr freizügigen Darstellungen von Adam und Eva als Reliefs an der Fassade.
Beim Bummeln durch die Altstadt stellten wir schnell fest: Hier ist alles auf Touristen ausgelegt. Die Restaurants sind deutlich teurer als sonst, und neben mehreren Eisdielen findet man Läden mit allen möglichen Mitbringseln. Aber Läden mit regionalen Produkten, wie wir sie in anderen Orten gesehen hatten, sucht man vergebens.
Um mal wieder Wäsche waschen zu können und für etwas mehr Komfort, ging es heute mal auf einen Campingplatz direkt am Lago di Bolsena.

Sovana · Saturnia · Semproniano

Für unsere Weiterfahrt hatten wir uns bereits einige Sehenswürdigkeiten herausgesucht, unter anderem eine archäologische Stätte: Parco Archeologico Città del Tufo und eine weitere Thermalquelle: Cascate del Mulino. Und zur Erholung sind wir zufällig auf den Campingplatz von Bas und Domenica gestoßen. Dazu aber später mehr.
Von Melanie und ihrem Freund - die wir am Lago di Bolsena kennengelernt hatten - haben wir den Tipp bekommen, uns einige der kleinen Orte dort in der Region anzusehen. So starteten wir mit dem Ort Pitigliano, das auch „Klein-Jerusalem“ genannt wird. Grund dafür ist, dass ab dem 16. Jahrhundert Juden in Pitigliamo Zuflucht vor Vertreibung und Verfolgung fanden und daher stark vom Judentum geprägt ist. Auch wir statteten der Synagoge einen Besuch ab. Leider wurde uns dabei einmal mehr bewusst, dass sich in Deutschland aktuell die Geschichte wiederholt und jeder einen Schuldigen für seine Situation sucht, statt bei sich selbst anzufangen.
Weiter ging es nach Sovana, einem winzigen Dorf mit nur 120 Einwohnern. Die Geschichte des Dorfes reicht jedoch zurück bis in die Etruskerzeit. Die meisten Sehenswürdigkeiten, wie der Dom oder das Kloster, stammen aber aus der Zeit um das 11. Jahrhundert. Gleich außerhalb des Ortes lockt zudem der Parco Archeologico Città del Tufo mit einigen sehr sehenswerten etruskischen Nekropolen. Diese ähneln sehr stark denen auf Sardinien, sind aber um einiges größer und waren unter einst opulenten Tempeln angeordnet.
Schließlich sollte es noch nach Saturnia gehen oder genauer gesagt zur Cascate del Mulino, einer weiteren Thermalquelle. Diese ist jedoch touristisch deutlich besser erschlossen, was auch die Besucherzahl leider massiv erhöht. Einen Besuch und ein Bad ist sie aber in jedem Fall wert.
Nun stand uns noch eine in der Region schwierige Herausforderung bevor. Der Plan war, für einige Tage auf einen etwas abgelegenen Campingplatz zu fahren. Dafür benötigt man selbstverständlich Lebensmittel. Geschäfte gibt es aber so gut wie keine dort. In Semproniano wurden wir fündig. Ein Minimarkt verkauft die nötigsten Lebensmittel. Das Angebot ist überschaubar und die Auswahl winzig. Aber hungern wollten wir halt auch nicht.
Am frühen Abend erreichten wir Sasso Corbo - und waren sofort begeistert. Die niederländischen Besitzer Bas und Domenica haben hier mit viel Herzblut einen ganz besonderen Ort geschaffen. Heute ist er der einzige FKK-Campingplatz in der Toskana. Und angesichts der Temperaturen der letzten Tage für uns die schönste Alternative für Ruhe und Entspannung.
Bas erklärte uns kurz bei einem Glas Wein alles zum Platz: Infinitipool, ein Gemeinschaftsbereich mit Kühlschrank, kalten Getränken, Kaffeeautomat und einigen haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Saucen und Marmelade. Dann ging es um den Stellplatz. Wir durften uns auf dem großzügigen Gelände umsehen und uns einen der freien Plätze selbst aussuchen. Anders als auf klassischen Campingplätzen sind diese locker verteilt und überaus großzügig. So hat jeder Gast reichlich Platz für sich und kann im Gemeinschaftsbereich und am Pool mit anderen Gästen zusammenkommen. Verteilt über den Platz gibt es Sanitärstationen mit WC, Dusche und Spülbecken. Sogar Außenduschen sind vorhanden.
Zusätzlich bieten Bas und Domenica einen Brotservice an. Wenn man sich bis 15 Uhr in eine Liste einträgt, erhält man am nächsten Tag frisch gebackenes und unglaublich leckeres Brot.
Klingt perfekt? War es auch - fast. Denn das Wetter hatte andere Pläne. Der Wind legte zu, die Temperaturen sanken - und aus FKK und Sonnenbaden wurde… eher Tee trinken im Hoodie. Immerhin testete Frank die Außendusche. Warmwasser gibt's - also ein kleiner Sieg.

Schweren Herzens und wegen des schlechten Wetters früher als geplant verabschiedeten wir uns von dem wundervollen Campingplatz Sasso Corbo - dafür ausgestattet mit frischem Brot.
Abgesehen von kleinen Spaziergängen durch die Orte Semproniano und Manciano hatten wir heute nichts vor. So konnten wir uns treiben lassen und den Tag genießen. Am späten Nachmittag hielten wir dann noch am Castello dell'Abbadia. Die gut erhaltene Burg oberhalb des Flusses Fiora konnte saisonbedingt zwar nicht besichtigt werden, ist aber im Ensemble mit der Steinbrücke ein echter Hingucker.

Region Vulci

Da es in der Region noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten gibt, wie z.B. die Città Etrusco-Romana di Vulci und Andrea wieder eine Schulung bevorstand, ging es auf den Campingplatz Area Sosta. Der Platz liegt etwas abseits aller Touristenströme und ist deshalb super ruhig. Dennoch muss man auf fast nichts verzichten. Saubere WCs und großzügige und moderne Duschen sind da nur der Anfang. Ein Gemeinschaftshäuschen - zur Not inkl. Holzofen - lädt zum Verweilen ein und als Highlight gibt es einen Pool, der mit Thermalwasser befüllt ist. Nachts im warmen Wasser liegen und in den Sternenhimmel schauen - das hat schon was.
Perfekt also für Franks Geburtstag. Und es gab sogar Kuchen! Andrea weihte dafür erstmals unseren Omnia-Ofen ein - mit Erfolg.
Einziges Manko an dem Platz, das angepriesene WLAN funktioniert nur an der Rezeption und der Mobilfunkempfang ist eine Katastrophe - für Andreas Schulung also eine echte Herausforderung.
Wem der Thermalpool zu zivilisiert ist, kann es auch gerne etwas rustikaler haben. Nur wenige 100 Meter entfernt gibt es zwei Naturbecken, die aus der gleichen Thermalquelle gespeist werden. Dort treffen sich die Einheimischen zum Plausch im warmen Wasser.

Città Etrusco-Romana di Vulci

Die Tage, ausgefüllt mit Arbeit an der Homepage und Schulung, vergingen mal wieder wie im Fluge und wir hatten ein bisschen das Gefühl, nichts von dem Stellplatz gehabt zu haben. Trotzdem zog es uns weiter, Rom - die Ewige Stadt - rief.
Doch so richtig weit kamen wir zunächst nicht. Die archäologische Stätte Città Etrusco-Romana di Vulci liegt nur einen Steinwurf vom Campingplatz entfernt. Auf dem weitläufigen Gelände wurden die &Üuml;berreste einer etruskischen Siedlung, wie Zugangstore, Tempel und Teile eines Aquädukts, sowie einige Gräber gefunden. Ein gut zweistündiger Rundweg führt an den interessantesten Fundstellen vorbei. Wer noch mehr Zeit investieren möchte, kann auch den dreistündigen Rundweg nutzen.
Aufgelockert wird das Ganze von den Rindern, die auf der angrenzenden Weide leben und ihre riesigen Hörner zur Schau stellen. Dieser Ort ist eine wunderbare Einstimmung auf die zurecht zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Nekropolen bei Tarquinia.

Vulci bis Roma

Tarquinia

Tarquinia hat, wie so viele andere Orte in Italien, eine sehenswerte Altstadt. Sie wirkt aber deutlich weniger touristisch als es der Ort angesichts seiner Sehenswürdigkeiten vermuten lässt. Zudem gibt es in der Altstadt von Tarquinia mehr Türme zu sehen als in San Gimignano.
Doch das wahre Highlight liegt am Stadtrand: das UNESCO-Weltkulturerbe Necropoli dei Monterozzi. Auf dem Gelände wurden mehrere Nekropolen aus der Zeit zwischen 500 und 200 v. Chr. entdeckt und sind heute der Öffentlichkeit zugänglich. Das besondere sind hier aber die unglaublich gut erhaltenen Wandmalereien. Daher kann man zwar zu den Nekropolen hinabsteigen, diese selbst aber nicht betreten. Die Grabkammern sind hermetisch verschlossen und werden auf Knopfdruck mit Kunstlicht ausgeleuchtet. So sollen die uralten Malereien, die uns sprachlos machten, noch möglichst lange erhalten bleiben. Schon erstaunlich, mit wie viel Gespür für Ästhetik schon damals Kunstwerke geschaffen wurden und dass die Farben bis heute nicht komplett verblasst sind.
Im Eintrittspreis enthalten ist zudem das Museo Archeologico Nazionale di Tarquinia im Palazzo Vitelleschi. Wir streiften durch die Hallen des Palazzos und bewunderten die Fundstücke aus den Nekropolen. Die Sarkophage mit realistischen, dreidimensionalen Darstellungen der Verstorbenen und Grabbeigaben wie Schmuck und Keramik sind nur ein Teil der Ausstellungsstücke und brachten uns wiederholt zum Staunen. Allein für diese beiden Orte kann man gut und gerne einen ganzen Tag einplanen.

Bei den Nekropolen von Tarquinia kann man gleich ein Kombiticket für die zweite UNESCO-Stätte bei Cerveteri erwerben. Dieses ist dann für satte vier Monate gültig und berechtigt zum Besuch der beiden Ausgrabungsstätten sowie der beiden dazugehörigen Museen.
Da wir jedoch den Campingplatz bei Rom bereits im Voraus gebucht und uns mit dem Ausmaß der archäologischen Stätten verkalkuliert hatten, musste Cerveteri noch etwas warten, und so hieß unser nächster Stopp: Rom - die Ewige Stadt.

Roma bis Civitavecchia

Roma

Um uns in Rom entspannt umsehen zu können und angesichts des römischen Verkehrs, hatten wir bereits im Vorfeld entschieden: Felía bleibt draußen. Zum einen hätte die Parkplatzsuche vermutlich in einem Nervenzusammenbruch geendet. Zum anderen hätten wir uns durch chaotischen Großstadtverkehr quälen müssen.
Daher hatten wir am Rande der Stadt einen Campingplatz gebucht, wo wir unsere zeitweise Homebase einrichteten. Neben einem Schlafplatz hatten wir gleich noch Toilette und Dusche für mehr Komfort sowie die Möglichkeit, Wäsche zu waschen.
Aber einfach nur Rom anschauen? In einer derart geschichtsträchtigen Stadt keine Option.
Locken doch einige Orte und Plätze, die man einfach gesehen haben muss: Petersdom, Vatikanische Museen mit der Sixtinischen Kapelle, Pantheon und gefühlt noch 437 weitere Highlights.
Im Internet fanden wir heraus, dass einige Museen am ersten Sonntag im Monat kostenlos sind. Bingo, wir waren genau über das erste Wochenende im Mai in Rom. Manchmal meint es das Reiseuniversum einfach gut mit uns. Für den Petersdom erwarben wir „Skip-the-Line-Tickets“, damit wir nicht bis Neapel anstehen müssen. Auch für die Engelsburg ergatterten wir noch Karten. Nur bei den Vatikanischen Museen sah es düster aus - entweder ausverkauft oder nur noch zu Preisen, bei denen man kurz überlegt, ob Michelangelo persönlich den Audioguide spricht.
Neben der Jagd nach Tickets waren wir auf der Suche nach Stadtrundgängen auf eigene Faust, die uns zu den Highlights der Stadt bringen. Wie hat man das nur früher alles bewerkstelligt, so ganz ohne Internet? Früher brauchte man dafür einen Rucksack voller Reiseführer, eine gute Stadtkarte und eine Portion Orientierungssinn. Heute kann man aus dem Vollen schöpfen und mit Hilfe von digitalen Tools die verschiedenen Infos zusammenbringen.
Neben mehreren Touren durch die Stadt fanden wir eine umfangreiche Liste an Sehenswürdigkeiten. Werden die geplanten vier Tage dafür reichen?

Gleich am ersten Tag in Rom lenkten wir unsere Schritte zu dem Highlight der Stadt: Vatikanstadt. Ziel war der Petersdom. Ausgestattet mit Audioguide und angemessener Kleidung - ist schließlich Vorschrift - betraten wir das Zentrum des Christentums.
Zu unserer Freude besuchte auch eine osteuropäische Gruppe in Tracht den Petersdom. Sie nahmen an einer Messe in einer der seitlichen Kapellen teil und sangen ihre Kirchenlieder. Wir waren unglaublich ergriffen von der Szenerie. Selbst Frank, der mit Kirche sonst eher wenig am Hut hat, bekam Gänsehaut. Viele der Besucher knieten sogar ehrfürchtig nieder.
Schließlich durften wir auch in die Gruft hinabsteigen und an den Sarkophagen der ehemaligen Päpste vorbeischreiten. Dabei erlebten wir eine für uns traurige Situation:
Beim deutschen Papst Benedikt XVI. spuckte ein offenbar italienischer Besucher auf den Boden und sagte „Nazi“ und „Rassist“. Dies zeigte uns einmal mehr, welches Bild wir Deutschen gerade aktuell der Welt von uns vermitteln. Und obwohl gerade wir sehr weltoffen sind, schämten wir uns für die derzeitige Entwicklung in Deutschland.
Nach diesem emotionsgeladenen Besuch ging es auf Erkundungstour durch Rom. Da wir keine Karten für die Vatikanischen Museen bekommen hatten, hatten wir Zeit. Warum nicht mal einen ganzen Staat zu Fuß umrunden 😉. Immer am Fuße der Festungsmauer entlang liefen wir gemütlich um den Vatikan herum. Anschließend ging es an der Engelsburg vorbei und den Tiber entlang, bevor es weiter in die Stadt hinein zur Piazza del Popolo ging.
Dort startete einer der Stadtrundgänge, auf welchem wir zunächst an der Scalinata di Trinità dei Monti und dem Museo e Cripta dei Frati Cappuccini vorbeikamen. Letzteres ist vor allem für seine etwas… sagen wir spezielle Krypta bekannt. Die Kapuziner-Mönche gestalteten dort aus den Knochen verstorbener Brüder kunstvolle Verzierungen, Altäre und ganze Räume. Definitiv nichts, was man als „minimalistische Deko“ bezeichnen würde.
Weiter ging es zum berühmten Fontana di Trevi, wo auch wir die obligatorische Münze werfen wollten, schließlich wollen wir irgendwann mal wieder nach Rom kommen. Wegen des stetig wachsenden Touristenansturms hat die Stadt reagiert und so kann man nur noch begrenzt und gegen eine kleine Eintrittsgebühr direkt an den Brunnen heran.
Danach schlenderten wir weiter vorbei an der Area Sacra di Largo Argentina.

Wir wären nicht die Weltgenießer, wenn wir die Kulinarik nicht beachten würden, und da hat die Ewige Stadt eine Menge zu bieten. Und was ist besser zur Erfrischung an einem sonnigen Tag? Natürlich ein Eis. Aber Eis ist nicht gleich Eis. Wer kennt sie nicht, die kunstvoll aufgetürmten Eisberge in den Eisdielen. Aber wie kühlt man diese bei 30°C und ohne Tiefkühlschrank? Genau, gar nicht. Derartig aufgetürmtes Eis enthält diverse Zusätze, um es vor dem Schmelzen zu bewahren und hat mit handwerklichem Gelato ungefähr so viel gemeinsam wie Instantkaffee mit italienischem Espresso. Auch können zumindest uns knallig bunte Werbetafeln nicht locken. Das sind doch alles Tourifallen.
Wir verlassen uns da lieber auf Empfehlungen. Von einem lieben Freund hatten wir eine Eisdiele benannt bekommen, die in einer unscheinbaren Seitenstraße liegt. Der Laden verzichtet auf schreiende Werbung und das Eis ist in abgedeckten Gefäßen untergebracht. Aber das Beste: günstiger, cremiger und deutlich leckerer als an den typischen Touri-Hotspots. Danke für den Tipp.
Zum Abendessen zogen wir in den Stadtteil Trastevere, wo an jeder Ecke ein Lokal auf Gäste wartet. Aber Vorsicht, Restaurants mit auffälligen Plakaten, die mit günstigen Menüs werben, sollte man meiden. Das günstige Essen erkauft man sich dann mit horrenden Getränkepreisen. Oder warum kostet dort eine 0,33l Cola plötzlich 4,50 €?
Aber es gibt auch kleine - gefühlte Gemeintipps - zu entdecken. Das Essen ist authentisch und die Preise erschwinglich. Man muss nur etwas danach suchen.

Beim Rundgang um den Vatikan hatten wir herausgefunden, dass man offenbar an der Tageskasse Tickets für die Vatikanischen Museen bekommen kann. Allerdings muss man früh da sein und etwas Geduld mitbringen. Wie viel Geduld man benötigt, um auf diese Art in die Sixtinische Kapelle zu kommen? Einiges! Wir standen extra um 5 Uhr auf und fuhren nach einem schnellen Frühstück frühzeitig in die Stadt. Schock! Um 7 Uhr morgens stand bereits eine beachtliche Menschenmenge an der Tageskasse an. Haben die dort übernachtet? Die Museen öffnen doch erst um 9 Uhr. Egal, erst einmal anstellen und warten.
Und unsere Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Nach sage und schreibe sechs Stunden hieß es für uns endlich, hereinspaziert. Aber das Warten ist es wert, wenn man kurzfristig hinein will. Die Museen kosten auf der offiziellen Plattform nur 20 € pro Person. Allerdings sind die Tickets dort oft Monate im Voraus ausgebucht. Dann kann man aber über diverse Touranbieter Tickets erwerben. Dabei variieren die Preise aber zwischen 35 € für Einzeltickets last Minute und 90 €. Es ist offensichtlich, die Touranbieter kaufen regelmäßig das Kontingent für 20 € auf und verkaufen dann die Tickets zum Teil für den vierfachen Preis.
Ist man endlich drin, wird man schier erschlagen. Nicht umsonst sind es die Vatikanischen Museen (also Mehrzahl). Vom Museo Gregoriano Egizio über Museo Chiaramonti bis zur Galleria dei Candelabri kann man unzählige Räume mit Wand- und Deckengemälden, Kunstwerken und Statuen und Einigem mehr durchstreifen. Aber Achtung, es drohen Maulsperre und Nackenschmerzen. Erstere, weil einem wiederholt die Mundlade herabklappt, bei diesen atemberaubenden Ausstellungstücken. Letztere, weil man ständig die reichverzierten Decken bestaunt.
Der Besucheransturm bringt es zwar mit sich, dass man ein wenig durch die Räume geschoben wird, aber es bleibt durchaus Luft und Zeit für das eine oder andere Foto. Wie wohl die meisten Besucher, freuten wir uns aber ganz besonders auf die Sixtinische Kapelle mit den berühmten Deckenmalereien von Michelangelo inkl. des viel zitierten Gemäldes „Die Erschaffung Adams“. Leider ist von der erhabenen Atmosphäre wenig zu spüren. Der Raum ist gefüllt von Touristen und keiner hält sich daran, dass dort Stille herrschen soll. Aber einmal im Leben durch diese altehrwürdige Halle zu schreiten, ist ein Muss.
So kann man auch einen Tag in Rom verbringen.

Da heute der erste Sonntag im Monat war, wollten wir uns die Chance nicht entgehen lassen, das Angebot kostenlosen Eintritts zu nutzen. Klingt zunächst super. Alle möglichen Sehenswürdigkeiten in Rom ohne die Kosten für ein Ticket besichtigen zu können. Aber wie immer gibt es einen Haken: den Massentourismus.
Dieser geht einher mit überaus schlechten Haltungsbedingungen des Nutzviehs. Schon an normalen Tagen steht man meist recht lange an. Aber wenn es kostenlos ist? Ossis verstehen, was wir sagen wollen. Die Schlangen sind noch um einiges länger. Also mussten auch wir uns entscheiden, was wir uns ansehen wollen. Die Wahl fiel auf das Pantheon.
Früh aufstehen? Pflicht! Zeitig in die Stadt fahren? Absolut empfehlenswert! So hatten wir zunächst noch den Platz sowie den Vorbau des Pantheons für uns allein und konnten quasi die Schlange eröffnen. Nach ein wenig Warten wurden wir dann aber unter dem Vordach vertrieben und mussen auf dem Platz selbst die Öffnung des Pantheons abwarten.
Pünktlich um 9 Uhr wurden die Zugänge geöffnet und wir gehörten zu den ersten, die dieses beeindruckende Bauwerk betreten durften. Mal das Pantheon praktisch für sich allein. Das erlebt man sicher nur sehr selten.
Nachdem wir der markanten Kuppel mit der Öffnung und den Statuen, Fresken und Reliquien genug Aufmerksamkeit geschenkt hatten, überließen wir das Pantheon den anderen Besuchern. Und das waren eine Menge.

Vorbei an einer schier endlos langen Schlange suchten wir unseren Weg zur Piazza Navonna, von wo ein weiterer Stadtspaziergang durch Rom startet.
Doch zuvor wollten wir einem weiteren Tipp bzgl. einer guten Eisdiele folgen und tauchten tiefer in das Viertel ein. Schnell stellten wir fest, hier kann man sich treiben lassen und die Gassen erkunden.
Dabei kommt man unweigerlich an der Eisdiele vorbei. Wir waren aber viel zu früh dran. Gut um 10 Uhr ein Eis, ist schon eher ungewöhnlich. Da uns niemand hetzte, setzten wir unsere Erkundungstour fort und besichtigten eine Kirche und ließen uns bei einem Espresso ein typisch, römisches Maritozzi schmecken.
In einer anderen Gasse stießen wir auf eine kleine Absperrung und einem älteren Pärchen, das offenbar auf die Öffnung eines kleinen Lokals wartete. Aber warum? Die Antwort fanden wir auf einem Hinweisschild. Das „Two Sizes“ rühmt sich mit den Slogan: The best Tiramisù in Town. Was eine Ansage.
Wir sind die Weltgenießer, der Laden öffnete in ca. 10 Minuten und wir standen ganz vorn. Natürlich warteten wir ebenfalls. Und mit uns ganz schnell sehr viele andere Schleckermäuler. Die Schlange reichte schon bald bis weit in die Gasse hinein. Und dabei ist das Konzept denkbar einfach: Es gibt zwei Größen und zwei Preise (der Name ist Programm) sowie vier bis fünf Sorten.
Kaum geöffnet, hatten wir auch schon unsere Pistazien-Variante der klassischen, italienischen Nachspeise in der Hand. Ob es das Beste der Stadt ist, darf jeder selbst beurteilen. Uns hat es auf jeden Fall geschmeckt.
Aber was ist jetzt mit dem Eis? Stimmt, da war ja noch was. Wir hatten uns extra nur eine kleine Portion geteilt. So dürfte es wohl akzeptabel sein, wenn wir uns jetzt noch ein Gelato gönnen. Besonders gefallen hat uns, dass man bei der Zubereitung quasi dabei ist. Direkt hinter einer großen Schaufensterscheibe wird das Eis aus natürlichen Zutaten hergestellt. Zudem gibt es je nach Jahreszeit unterschiedliche Sorten. Da gilt einmal mehr: wer die Wahl hat, hat die Qual.
Und das Eis war dann aber auch wirklich sehr lecker. Danke für den Tipp.
Anschließend ging es weiter mit der Erkundungstour quer durch Rom. Vorbei am Monumento a Vittorio Emanuele II zum Foro Romano. Ein Abstecher zum Musei Capitolini und dann zum Colosseo. Dieses umrundeten wir, bevor wir durch einige Gassen schlenderten, um schließlich ins lebhaften Trastevere zum Abendessen zu ziehen.

Wie schon geschrieben, hatten wir für unseren letzten Tag in Rom Karten für die Engelsburg ergattern können. Dies gab uns die Gelegenheit, dieses historische Gebäude, um welches sich viele Legenden ranken, besichtigen zu können und wir mussten dafür nicht extra Schlange stehen.
Trotzdem ging es schon sehr früh in die Stadt. In der Nähe des Bahnhofs Termini wollten wir mit unserem Spaziergang beginnen. Hier steht die Basilica Papale di Santa Maria Maggiore. Von dort gelangt man über den Campo de' Fiori - mit täglichem Markttreiben - zur Engelsburg.
Ausgerüstet mit einem Audioguide erkundeten wir das ehemalige Mausoleum, das immer wieder umgebaut, erweitert und zu einer Festung umgenutzt wurde. Von den Wehrmauern aus genossen wir den Blick über Rom und Vatikanstadt.
Danach folgte noch ein Stadtbummel, bevor es wieder zurück auf den Campingplatz ging. Wir hatten ja noch was vor.

Im WhatsApp-Status hatten wir geheimnisvoll etwas angekündigt. Wer uns auf Instagram, Facebook oder YouTube folgt, hatte es bereits gesehen. Als wir bei den Vatikanischen Museen anstanden, erhielten wir - wohl wegen vorangegangener Urlaube - zufällig ein unschlagbares Angebot: eine Kreuzfahrt mit der MSC.
Normalerweise kosten Kreuzfahrten ab 100 € pro Person und Nacht. Hier sollten es nur 54 € sein. Abfahrt in wenigen Tagen? Abfahrtshafen: Civitavecchia? Wir konnten einfach nicht anders. Wir buchten uns kurzentschlossen ein. 7 Nächte mal wieder mit allem Komfort. Das klang fast wie Urlaub von der Reise. Aber irgendwie war es auch Recherche. Immerhin wurden Häfen angefahren, die wir auf unserer Reise hoffentlich auch noch besuchen werden. Welche Häfen es genau sind: das verraten wir im entsprechenden Blogbeitrag.
Wenn man aber auf eine Kreuzfahrt gehen will, muss man Sachen packen. Allerdings brachte das ein neues Problem mit sich: Wir waren absolut nicht kreuzfahrttauglich ausgestattet. Galaabend? Kapitänsfoto? Unsere Standardgarderobe bestand eher aus „Roadtrip Chic“ - also Jeans, T-Shirts und praktische Sachen. Da kam es uns irgendwie gerade Recht, dass einige unserer Hosen unter der Dauerbelastung gelitten hatten und ohnehin ersetzt werden mussten. Ein Shoppingcenter in der Nähe des Campingplatzes gab es auch noch und so gab es mal neue Sachen. Nein, wir haben keine Abendgarderobe gekauft. Aber bei den Hosen wurde auf etwas mehr "Chic" geachtet und eins, zwei neue T-Shirts die als „Smart Casual“ durchgehen, waren auch noch drin.
Ansonsten wurde die beste und feinste Garderobe herausgesucht, die wir hatten - Jeans und T-Shirt 😉. Aber wohin damit? Koffer hatten wir nicht. Reiserucksäcke? Fehlanzeige. Wir stopften alles was möglich war in zwei Tagesrucksäcke. Der Rest wurde in zwei große Einkaufstaschen verstaut. Na hoffentlich lässt man uns mit diesen „Türkenkoffern“ aufs Schiff.

Necropoli della Banditaccia

Bevor es aber nach Civitavecchi und aufs Schiff ging, fuhren wir noch die Necropoli della Banditaccia an. Die zweite UNESCO-Weltkulturerbestätte unseres Kombitickets.
Hier wurde uns schnell klar, dass dies keine zufällig Anordnung von Gräbern ist, sondern ein bewusst angelegter Friedhof. Neben einigen sehr großzügigen Grabhügeln mit aufwendigen Grabkammern, gibt es Gebäude mit mehreren ähnlichen Grabkammern (quasi Reihengräber). Daneben gibt es kleine und deutlich einfachere Grabkammern.
In viele dieser Kammern kann man nur von außen hineinsehen. Bei anderen wiederum kann man hineinsteigen und so die Ausmaße viel besser erfassen. Interessant fanden wir einige der Kammern, da neben den bettartigen Podesten für die Toten Sessel aus dem Stein herausgehauen wurden. Die Grabkammer, die ohnehin wie Wohnstätten mit Dach aussehen, bekommen dadurch noch mehr den Charakter eines Hauses. Dienten die Sessel nur als Dekoration? Oder setzten sich die Angehörigen dort während eines Besuchs nieder?
Aber im Zentrum der Anlage befindet sich das Highlight. Eine nur durch eine Glasscheibe zu besichtigende Grabkammer. Diese große Kammer mit zwei Stützen ist reich mit Reliefs versehen, die einst farbenprächtig bemalt waren. Die hier Bestatteten müssen hochangesehen und wohlhabend gewesen sein.
Dann war es aber an der Zeit nach Civitavecchia aufzubrechen, wenn wir uns dort noch etwas umsehen wollen. Am Ende wurde nichts daraus. Nachdem wir unsere Felía auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt hatten, der am Nachmittag sogar kostenfrei sein soll, wurden wir von einem jungen Mann angesprochen. Er wollte von uns satte 4 € und meinte, er würde schon auf unser Auto aufpassen. Wie bitte? Nicht gerade vertrauenserweckend, wenn wir uns offenbar sein Vertrauen erkaufen sollten. Was würde wohl passieren, wenn wir nicht zahlen? Wir fanden es schnell heraus. Als wir dankend ablehnten, wurde uns recht unwirsch klar gemacht, dass er nicht für die Sicherheit unseres Autos garantieren könne.
Er wollte wohl eher damit sagen: Wenn du nicht zahlst, kommen meine Freunde und ich schaue natürlich ausgerechnet dann woanders hin. Okay, den Stadtbummel hatte er uns vermiest und so fuhren wir direkt zu unserem heutigen Schlafplatz. Dieser entschädigte dann mit einem schönen Sonnenuntergang über dem Meer und ganz viel Ruhe für dieses Ärgernis.

Wenn euch unsere Homepage gefällt und ihr gerne mehr Beiträge lesen wollt, würden wir uns freuen, wenn wir durch eure Unterstützung die Homepage mit weiteren Reiseerlebnissen füllen können.

Trinkgeld geben per PayPal

Kommentare

Guten Abend Ihr beiden Weltgenießer, wir waren heute, wie immer am Mittwoch, bei Kieser in der Reichenbergstraße. Da habe ich, Wolfgang, Herrn Wanner getroffen und ihm berrichtet, dass sich ab jetzt Kieser samt allen Trainern/innen keine Sorgen mehr um das Seelenheil machen muss. Grund: Frau Zimmermann ist nun in Rom an der Quelle, wo an jeder Ecke die Sünden der Menschen vergeben werden. Da wird sie doch sicher nicht nur an sich sondern auch an die alte Arbeitsstätte samt Belegschaft gedacht und dafür gesorgt haben, dass diese römische Vergebung bis nach Augsburg kommt. Also dann weiterhin viel Spaß auf der langen schönen Reise und weiterhin so tolle faszinierende Reisebeschreibungen wünscht Euch und sich
Wolfgang Engerer

Antworten  

Wolfgang Engerer

27. Mai 2026, 18:17:40

Hallo Ihr beiden Welt-Genießer, beim Lesen des Beitrages über Montepulciono und den dortigen Weinpreisen musste ich an ein Erlebnis mit einer sehr teuren Flasche dieses Weines denken. Früher, als ich noch Alkohol zu mir nahm, war ich häufig bei einem Weinhändler. Dieser machte im Rahmen einer Veranstaltung eine Weinlotterie, weil er alte Bestände aus seinem Lager los werden wollte. Der 1. Preis war eine Flasche Montepulciano, ausgezeichnet mit einem VP so um die zweihundert Euro. Ich gewann diese. Zur Verkostung dieser Rarität lud ich gute Bekannte an einem lauen Sommerabend auf die Terrasse ein. Ergebnis: Nach aller Meinung nicht trinkbar, habe im Keller einen köstlichen, wesentlich preisgünstigern Roten geholt und die Stimmung war gerettet. Nicht alles was teuer ist oder teuer gemacht wird, muss einem schmecken. Dann weiterhin gute Fahrt und glückliche Ankunft in der ewigen Stadt.
Wolfgang Engerer

Antworten  

Wolfgang Engerer

08. Mai 2026, 14:36:44

Wow, sehr beeindruckend!! ????????????????

Siegi

06. Mai 2026, 22:53:27

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird selbstverständlich nicht veröffentlicht.

Ich habe die Datenschutzhinweise gelesen und bin mit diesen einverstanden.
Folgende Felder bitte frei lassen!