Von Neapel nach San Giuseppe
Gefühlt nach einer Ewigkeit konnten oder mussten wir uns schweren Herzens von Emilio, seinen Eltern und den Tieren verabschieden. Wir konnten ja nicht für immer bei Manzi Hospitality bleiben.
Immerhin wollten wir jetzt endlich die Amalfiküste sehen und Sizilien rief auch nach uns.
Amalfiküste - türkisblaues Wasser, steile Klippen und enge Straßen
Schon im Vorfeld hatten wir einiges über die Amalfiküste gehört und gelesen. Auch einige Gäste von Emilio erzählten von der Region und schwärmten. Dabei fielen Ortsnamen wir Positano, Furore und Ravello.
Und ja, im Internet sehen diese Orte so malerisch aus, wie sie sich an die Berghänge schmiegen mit bunten, leuchtenden Farben gestrichen. Und davor strahlt ein türkisblaues Meer und lädt zum Baden ein.
Und da es ohnehin die Route Richtung Süden ist, lenkten wir Felía genau dorthin.
Von Somma aus ging es über Stabia bis fast nach Sorrento. Wir hätten zwar auch etwas direkter fahren können, aber einmal über den Gebirgspass und wieder hinunter? Nein danke!
Dann hatten wir die Amalfiküste erreicht und wir steuerten den ersten Ort, Positano, an der SS163 an. Hier wollten wir ein wenig durch den Ort spazieren und das italienische Flair genießen. Leider wurde daraus nichts. Schon lange vor dem Ort standen, wo immer etwas Platz war, Autos. Zunächst fragten wir uns noch: Warum? Weder gab es dort ein Haus, noch Zugänge zu einem Strand und Fußwege gibt es ebenfalls keine. Doch bald wurde uns eines klar. Das waren alles Touristen, die Positano besuchten.
Schon wegen der Kurven aber auch wegen Fußgängern, der geringen Straßenbreite und den geparkten Autos ging es nur noch langsam voran. Das gab uns zwar die Möglichkeit, selbst nach einer Parkmöglichkeit zu schauen, blieb aber erfolglos. Schließlich hatten wir Positano durchquert und nicht die kleinste Parklücke entdeckt. Ist Positano wirklich so malerisch? Irgendwie glaubten wir nicht daran.
Vom Meer aus mag Positano ganz hübsch aussehen - aber an Land? Massen an Touristen mussten sich in dem Örtchen tummeln. Von der Straße aus hätten wir über unzählige Treppen zum Meer hinabsteigen und am Ende auch wieder hinaufsteigen müssen. Bei brütender Hitze nicht gerade eine Freude.
Erst in Praiano über 7 km hinter Positano fanden wir einen Stellplatz. So konnten wir zumindest für einen kleinen Snack zum Mittag ins Il Rifugio einkehren.
Im Anschluss wollten wir uns noch etwas die Füße vertreten und unternahmen einen Spaziergang zur Chiesa Parrocchiale di San Gennaro. Von dem Vorplatz hat man einen tollen Blick über die Küste zurück nach Positano. Aber auch die Kirche selbst ist einen Besuch wert.
Eigentlich wollten wir noch ein wenig den Ort erkunden, ließen es aber bei den Temperaturen doch lieber sein.
Nach diesem kurzen aber um so netteren Stopp in Praiano wollten wir uns Furore ansehen. Ähnlich wie Positano ist der Ort an den steilen Berghängen errichtet. Eine Besonderheit hat Furore aber: den Fiordo di Furore. Fiordo ist vielleicht ein bisschen dick aufgetragen. Es handelt sich um eine schmale Bucht umgeben von fast senkrechten Felswänden, wo man im glasklaren Mittelmeer Baden kann.
Tja, was sollen wir sagen? Es blieb wieder beim Wollen. Auch hier hatten wir keinen Erfolg, einen Parkplatz zu finden. Das war besonders schade, da der Fjord und der Blick hinaus aufs Meer wirklich sehr reizvoll sind.
So blieb uns nichts weiter übrig, als zu dem von uns favorisierten Stellplatz in San Lazzaro zu fahren. Dies gab uns zumindest die Möglichkeit, uns die Serpentinen von Furore hinaufzuarbeiten und dabei den Weitblick genießen zu können.
Am Abend schlenderten wir noch etwas durch den Ort und ließen uns mit einem leckeren Eis nieder und schauten Fußball. Nein, nicht die WM 2026 - Italien hatte sich nicht qualifiziert - sondern ein Fußballtraining der örtlichen Jugendmannschaft. Zum Sonnenuntergang zogen wir weiter zu einem Aussichtpunkt über die Amalfiküste. Und wenn das Wetter es schon so gut mit uns meint, warum nicht noch in eine Bar einkehren und den Tag bei einem Glas Wein und einem Cocktail ausklingen lassen.
Sentiero dei Limoni - Zitronenbäume, Katzen und viele Stufen
Die Amalfiküste bietet nicht nur nette Örtchen, türkisblaues Wasser und Massentourismus, sondern auch einige wunderschöne Wanderwege durch eine spektakuläre Landschaft.
Die wohl bekanntesten sind der „Sentiero Degli Dei“ und der deutlich kürzere „Sentiero dei Limoni“. Allerdings ist die Region mit der atemberaubenden Küstenlandschaft ein Paradies für Wanderer. Wer mehr darüber erfahren will, findet auf Fernwandern an der Amalfiküste sicher Anregungen und nützliche Informationen.
Der beste Zeitraum für Wanderungen ist das Frühjahr oder der Herbst. Im Sommer ist es meistens zu heiß. Daher wollten auch wir uns auf den Sentiero dei Limoni - auf deutsch Zitronenpfad - beschränken. Dieser verläuft zwischen den Ortschaften Maiori und Minori. Wir hatten uns entschieden, den Weg noch etwas auszuweiten und einen Abstecher zum Bergdorf Ravello zu machen. Daher wollten wir in Maiori beginnen und fuhren extra früh von unserem Stellplatz die Serpentinen hinab zur Küste. So hatten wir Glück und konnten noch einen der wenigen Parkplätze ergattern. Und nach einer kleine Stärkung inkl. Caffè in einer Bar ging es auch schon los.
Der Pfad ist gut angelegt und ausgeschildert und führt etwas oberhalb der Orte am Berghang entlang. Dies bedeutet aber auch, dass man zu Beginn der Wanderung einige Treppen hinaufsteigen muss. Der Ausblick entschädigt aber für die Anstrengung.
Ganz zu Beginn kommt man an der Chiesa Madre di Santa Maria a Mare vorbei, bevor es die ersten Treppen hinaufgeht. Hat man den Anstieg geschafft, verläuft der Weg zwischen den Terrassen mit Zitronenhainen und Weinreben am Berghang entlang, bis man Minori erreicht. Hier heißt es hinabsteigen. Minori liegt nämlich direkt am Meer.Wir statteten der Basilica of Saint Trofimena der Hafenpromenade einen kurzen Besuch ab, bevor es uns weiter nach Ravello zog.
Eine saudumme Idee bei 30°C im Schatten. Nein, im Ernst, wer von Minori nach Ravello zu Fuß will, sollte möglichst früh aufbrechen oder die Tour nicht im Sommer unternehmen und auf jeden Fall genug Wasser mitnehmen. Der Weg nach Ravello weist nämlich so gut wie keine flachen Passagen auf und Schatten gibt es kaum.
Wir orientierten uns an der Beschilderung und stapften tapfer die Stufen hinauf. Bei kleinen Verschnaufspausen ließen wir den Blick über Küste und Meer schweifen und freuten uns über jeden kleinen Windhauch. Im Schatten der Church of Saint Januarius and Saint Mary of Grace legten wir einen kleine Stopp für einen Snack eins und machten uns dann an den letzten Anstieg nach Ravello. Im Schweiße unseres Angesichts erreichten wir den kleinen Ort hoch oben in den Bergen und plumpsten förmlich auf die Stühle eines kleinen Cafés. Wir erfrischten uns mit einem Freddo Crema Caffè und einem Limonensorbet und zur Stärkung gab es ein Toast Prosciutto Crudo e Formaggio.
Durch den deutlich touristischeren Teil von Ravello ging es schließlich wieder hinunter nach Minori. Hier hatten wir dann die Qual der Wahl. Wieder über den Zitronenpfad zurück nach Maiori oder den Wasserweg wählen? Wir entschieden uns für den Wasserweg. Nicht weil wir erschöpft waren oder der Weg zu lang wäre, nein, einfach nur, um unseren Blickwinkel zu verändern. Dafür nahmen wir es in Kauf, eine geschlagene halbe Stunde auf die Fähre zu warten, die dann keine 5 Minuten benötigt, um von Minori nach Maiori zu fahren.
Wieder in Maiori angekommen, hatten wir zu Recht Hunger und Durst und kehrten in die gleiche Bar vom Morgen ein. Der Barkeeper erkannte uns sogleich wieder und freute sich über unseren neuerlichen Besuch.
Unser Fazit von der Amalfiküste: Die Örtchen sind sehr malerisch, das Wasser ist türkisblau und klar und die Region ist sicher einen Besuch wert. Aber…
Wenn man nicht zum Badeurlaub hier hin will, besser außerhalb der Saison besuchen. Dann ist deutlich weniger los und man kann entspannt die Orte erkunden. Auch wer zum Wandern kommt, sollte die Hochsaison meiden, aber hauptsächlich wegen der Temperaturen. Nur eines raten wir jedem: Besser mit Bus und Bahn anreisen oder zumindest vor Ort einen Roller leihen. Auf den engen, kurvenreichen Straßen kostet es deutlich weniger Nerven als mit einem PKW oder gar einem Kleinbus. Und die Parkplatzsuche gestaltet sich auch deutlich einfacher.
Capaccio & Castellabate - zwischen Geschichte, Genuss und Bergdörfern
Jetzt hatten wir die Amalfiküste hinter uns gelassen und unsere Planung sah vor, in wenigen Tagen die Stiefelspitze Italiens zu erreichen und nach Sizilien übersetzen zu können.
Zunächst wollten wir aber der Region um Capaccio und Castellabate unsere Aufmerksamkeit schenken. Und wer wie wir UNESCO-Weltkulturerbe sammelt, wird in Paestum fündig.
Parco Archeologico di Paestum - griechisch-römisches UNESCO-Weltkulturerbe
Der Parco Archeologico di Paestum ist eine Ruinenstätte die seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Stadt mit ihren Tempelanlagen wurde bereits um 600 v. Chr. unter dem Namen Poseidonia von den Griechen gegründet. Erst mit der Eroberung der Stadt durch die Römer 273 v. Chr. erhielt der Ort seinen heutigen Namen.
Ab etwa 500 n. Chr. begann der Verfall und die Stätte verwandelte sich in sumpfigen Urwald. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts etwa gleichzeitig mit der Entdeckung Pompeji wurde der Ort wiederentdeckt.
Heute sind die drei Haupttempel Hera, Neptun und Athene aus griechischer Zeit noch gut erhalten. Vom römischen Amphitheater ist nur noch die Hälfte übrig, nachdem Mitte des 17. Jahrhunderts eine Straße mitten durchs Theater angelegt wurde.
Im angegliederten Museum kann man viele Fundstücke aus nahegelegenen Nekropolen und Paestum bestaunen. Darunter auch Bronzemünzen, die bereits vor der Eroberung durch die Römer in Paestum geprägt wurden.
Tenuta Vannulo - Büffel, Joghurt und Mozzarella
Für alle, die es vielleicht nicht verstanden haben, Andrea hatte einmal auf WhatsApp einen Scherz gemacht, als wir wissen wollten, woraus eigentlich Büffelmozzarella besteht. Bei dem Begriff Büffel denkt man schließlich an einen männlichen Büffel, der mit Sicherheit keine Milch gibt. Also woraus soll der Mozzarella denn dann sein?
Wir sind gerade im Land des Mozzarella, natürlich kannten wir die Antwort. Auch wenn es schon seltsam ist, dass es in Italien Büffel - oder besser Wasserbüffel - gibt.
Und da wir in der Nähe von Paestum die Farm Tenuta Vannulo entdeckten, die den Büffelmozzarella herstellt und für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wollten wir es natürlich genauer wissen.
In einer Schauwerkstatt kann man bei der Herstellung des Mozzarella zusehen und im Anschluss die Büffel selbst besuchen. Dabei kommt man den massigen Tieren ganz nahe und wer sich traut, kann die Tiere mit den imposanten Hörner auf mal streicheln.
Leider erfuhren wir, dass wir etwas zu spät dran waren. In einem abgetrennten Gatter lagen zwei Büffel, diese hatten wohl kurz zuvor gekalbt. Schade, wir wären gerne dabei gewesen.
In einem weiteren Bereich kann man - wenn geöffnet - die Lederwerkstatt besichtigen und Produkte aus Büffelleder erwerben. Zudem gibt es eine Bäckerei, ein Restaurant und ein Café. Im Café ließen wir uns Joghurt und Kuchen aus bzw. mit Büffelmilch schmecken und erwarben in der Bäckerei frisch gebackenes Brot.
Aber wenn man schon bei einer Mozzarella-Fabrik ist, will man auch einen Mozzarella kaufen. Aber offenbar waren wir zu spät dran, der Mozzarella war bereits komplett ausverkauft. So mussten wir uns mit einem Stück Käse aus Büffelmilch begnügen.
Castellabate - Burgen, Kirchen und schnuckelige Plätze
Nach dieser netten Abwechslung von Kultur und Geschichte ging es noch ein wenig die Küste hinab nach Castellabate und dort zunächst in den Stadtteil Santa Maria direkt am Meer. Hier schlenderten wir ein wenig durch die Straßen und hinunter zum Strand. Dort steht das Santuario di Santa Maria a Mare. Die Entstehung der Kirche geht auf das Jahr 1102 zurück und steht auch heute noch am gleichen Ort.
Gleich um die Ecke kann man die Statua di Santa Maria a Mare bestaunen, die von den Einheimischen verehrt wird.
Zum Abschluss des Tages sollte es aber noch hinauf zum namensgebenden Castello dell'Abati gehen. Zunächst windet sich die Straße noch recht gemütlich den Hang hinauf, doch dann wird sie immer schmaler und steiler. Frank hat zum Schluss Blut und Wasser geschwitzt, als er Felía durch eine schmale Gasse im ersten Gang die Steigung hinaufmanovriert hat.
Oben angekommen streichelte Frank wieder einmal Felía und bedankte sich bei ihr, dass sie uns hier hinaufgebracht hat.
Kaum hatten wir den Parkplatz verlassen und uns auf den Weg zum Castello gemacht, kam die Ernüchterung. Einige Securitys versperrten uns den Weg. Das Castello war heute gesperrt. Dort fanden Dreharbeiten statt. Wir haben aber auch ein Glück. Egal, das Örtchen besteht aus mehr als dem Castello.
Also tauchten wir in das Labyrinth aus Gassen, Treppen und Durchgängen ein. Oftmals ist es gar nicht klar, ob der Abzweig weiterführt oder nur ein Zugang zu einem Haus ist. Nach einigen Treppen und Biegungen standen wir plötzlich auf der Piazza X Ottobre, das Zentrum des Ortes mit mehreren Cafés, Restaurants und kleinen Souvenirläden.
Von dort aus lenkten wir unsere Schritte zur Basilica di Santa Maria Assunta, in der gerade ein Gottesdienst stattfand.
Castellabate ist wirklich sehenswert und angesichts seiner Lage noch nicht überlaufen.
Ein ungeplanter Abstecher - Vallo di Diano
Wir wussten es und wir haben es im Budget auch eingeplant, aber dass es so schnell passiert: Felía musste in die Werkstatt. Eine schlichte Wartung wollten wir ihr zwar ohnehin gönnen, aber eine Reparatur war nicht geplant.
Schon in den letzten Tagen hatten wir bei Steigungen ein ungewöhnliches Klackern gehört. Da dieses sich zuletzt verstärkt hatte war klar, wir brauchten dringend eine Werkstatt. Nun hatten wir schon einige italienische Werkstätten gesehen. Die verstehen sicher ihr Handwerk, aber die Räumlichkeiten schienen nicht geeignet für ein Fahrzeug wie das unsere.
Auf Google fanden wir aber Carmine Di Sevo, eine VW-Werkstatt. Vor Ort wurden wir von einem überaus freundlichen und motivierten Team empfangen. Der Filialleiter konnte sogar etwas Englisch, sodass wir unser Anliegen erläutern konnten. Schon bald kamen mehrere Mechaniker hinzu und es wurde angeregt diskutiert, was das Problem sein könnte.
Am Ende musste man aber die Reparatur ablehnen, da die Werkshalle nicht hoch genug für unseren Genuss-Bus ist. Aber uns einfach wegschicken, das geht natürlich auch nicht. Stattdessen wurde uns eine andere nahegelegene Werkstatt herausgesucht und sogar versucht uns dort anzumelden. Dann wurde uns quasi als Entschuldigung ein Caffè angeboten. Da konnte Frank einfach nicht widerstehen. Als Andrea jedoch ablehnte, wurde der Filialleiter unruhig. Das geht ja gar nicht. Irgendetwas muss er der Kundin doch anbieten können. Schließlich fand er einen Saft und legte dann noch zwei Minikuchen drauf.
Wow, was ein Service und eine Gastfreundlichkeit.
Nach einer herzlichen Verabschiedung machten wir uns auf die etwas längere und zum Glück fast ebene Fahrt ins Inland zum Auto Haus in Atena Lucana, ebenfalls ein VW-Servicepartner.
Obwohl Samstag war, wurden wir auch dort freundlich empfangen und man war gewillt uns zu helfen. Da der Monteur aus unseren Erläuterungen nicht auf die genaue Ursache des Geräusches schließen konnte, wurde nicht lang gefackelt. Er setzte sich hinters Steuer und unternahm mit Frank eine Probefahrt. Leider liegt Atena Lucana in einer weitläufigen Ebene, sodass es nicht einfach war, eine ausreichende Steigung zu finden, wo das Klackern auftritt. Aber wir wurden fündig und kaum hatte der Monteur es gehört, wusste er, wo das Problem liegt.
Zurück in der Werkstatt wurde uns auch gleich die Stelle gezeigt. Offenbar etwas am Lager der Vorderachse, dass dringend behoben werden sollte.
Damit ging es an den Papierkram und die Terminfindung. Und wenn Felía ohnehin in die Werkstatt muss, dann doch gleich mit Wellnessbehandlung - Ölwechsel, Kühlwasser, Bremsen etc.
Und wann dürfen wir Felía zur Reparatur bringen? 1 Wochen, 2 Wochen? Weitgefehlt, am nächsten Mittwoch war noch ein Termin frei. Super, so schnell.
Allerdings musste dafür ein anderes Problem gelöst werden. Wo übernachten wir, während Felía zur Reparatur ist. Einen Campingplatz gibt es in der Nähe nicht und eine gute Woche mit unserem Hab und Gut in einem Zelt? Auch schwierig. Am Ende buchten wir uns in einem Grand Hotel ein. Das war die günstigste Option.
Der Mitarbeiter vom Auto Haus gab uns noch Tipps zu einigen Sehenswürdigkeiten in der Gegend, sodass uns hoffentlich nicht die Langeweile überkommt.
Grotta di Pertosa
Da die vorgeschlagenen Sehenswürdigkeiten weder mit dem Fahrrad noch zu Fuß erreichbar sind, wollten wir direkt am nächsten Tag eine der Empfehlungen anfahren: die Grotta di Pertosa. Schon die Anfahrt ist beeindruckend. Nach kurzer fast ebener Fahrt erreichten wir einen Taleinschnitt. Über ein paar Serpentinen ging es hinab und dann entlang des Tanagros zu einem kleinen Örtchen. Unterwegs kommt man schon an einigen Wasserfällen vorbei. Schließlich überquert man den Tanagro in einem leichten Bogen und hat einen Blick auf gleich 3 Wasserfälle.
Wenig später stellten wir unseren Genuss-Bus auf dem Parkplatz ab und wurden sogleich von einem überaus lieben und gemütlichen Hund begrüßt. Er folgte uns dann hinauf zu einem Picknickplatz mit Wasserfall.
Pünktlich um 11 Uhr durften wir die gut 35 Millionen Jahre alte Höhle betreten. Am Eingang ist ein Modell aufgebaut, wonach der Höhleneingang bereits in der Steinzeit als Wohnstätte für ein kleines Dorf genutzt wurde.
Dann begann der spannende Teil. Wir bestiegen ein Boot, das von Muskelkraft den Wasserlauf hinaufgezogen wurde. Neben einem kleinen, schön illuminierten Wasserfall war Endstation. Ab hier ging es zu Fuß weiter. Es folgten mehrere zum Teil gewaltige Höhlen mit formschönen Tropfsteinen. Diese waren durch Gänge verbunden, mal schmal und niedrig und ein anderes Mal breiten Flaniermeilen glichen.
Den Abschluss bildetet Belvedere. Ein balkonartiger Felsdurchbruch mit Blick auf den Flusslauf in der Höhle.
Unser Fazit: Die Höhle ist deutschen Touristen bisher offenbar noch wenig bekannt und dabei ist sie absolut einen Besuch wert, auch wenn die Führungen nur auf Italienisch erfolgen.
In der Hauptsaison wird es aber vermutlich recht voll. Zumindest deuten die zahlreichen Sitz- und Picknickplätze darauf hin.
Sala Consilina - Burgruinen, Berge und enge Gassen
Nur wenige Kilometer südlich von unserem Hotel liegt Sala Consilina und damit ein scheinbar wenig bekanntes Juwel für Wanderfreunde. Schon der Ort ist eine Herausforderung. Die Hauptstraße führt etwas oberhalb der Umgehungsstraße durch den Ort. Wer hier links oder rechts abbiegen will, braucht gute Nerven und Vertrauen in sein Auto. Nicht selten haben die Straßen hier Steigungen von 15% und mehr. Da wir ja schon wussten, dass Felía gerade Probleme mit steilen Passagen hat, verzichteten wir lieber auf die Zufahrt zum Parkplatz und stellten uns lieber direkt an die Straße.
Unser erster Wegpunkt lag gleich am Stadtrand: Casalini - die Ruine eines ehemaligen Herrenhauses mit Stallungen und Nebengebäude. Aber es war auch die erste Herausforderung. Die anfänglich zwar ansteigende aber machbare Straße wurde immer steiler. Wie kommen da noch Autos hoch? Nach ein paar hundert Metern Fußmarsch waren wir völlig platt. Und das Ziel? Offenbar unerreichbar. Eine Kette mit Schloss versperrte uns den Weg.
Als wir den weiteren Weg hinaufschauten, entdeckten wir ein Wanderzeichen. Also musste der Weg dort doch weiterführen. Verwegen wie wir sind, stiegen wir über die Kette. Kein Alarm wurde ausgelöst, keine Hundemeute griff uns an. Scheinbar alles okay.
Eine Biegung später standen wir inmitten der Ruinen und hatten einen ersten Blick über die Ortschaft hinab ins Tal. Das entschädigte für den Anstieg.
Gleich hinter den Ruinen fanden wir die wahrscheinlichste Erklärung für die Kette: Ein netter Picknickbereich inkl. Grills. Man wollte wohl verhindern, dass die Dorfjugend mit Motorroller und Auto hinauffährt und dort Party macht. Dürfte recht wirksam sein, bei dem Anstieg.
Hinter den Ruinen von Casalini tauchten wir in die Wälder ein und stiegen noch weiter hinauf. An einem Abzweig hätten wir uns für eine längere Wanderung durch die Bergwelt entscheiden können. Aber wir hatten ja ein Ziel vor Augen, die Ruine des Castello di Sala Consilina mit dem Santuario della Madonna del Castello.
Ein wunderbarer Aussichtspunkt mit Picknicktischen und den Überresten des Castello.
Nach einer kurzen Verschnaufpause sollte es auch schon wieder zurückgehen. Der Weg führte uns über mehrere recht steile Serpentinen mit Schotter und Geröll hinab bis zur verfallenen Chiesa Di S. Leone, die sich gleich oberhalb des Ortes befindet. Von hier aus führen verschiedene schmale Straßen und Gassen weiter den Berghang hinunter ins Zentrum. Dort ließen wir uns auf eine kleine Stärkung nieder, bevor es wieder zurück zum Hotel ging.
Felía kommt in die Werkstatt - ein Abschied auf Zeit
Dann war es soweit. Wir hatten mit Felía einen Termin in der Werkstatt. Also räumten wir noch alles, was wir evtl. die nächsten Tage benötigen würden, in unser Hotelzimmer.
So kamen neben Sachen auch die Rechner, alle Getränke und sogar die Kühlbox ins Zimmer. Die Angestellten des Hotels müssen sich auch gedacht haben… Dann fuhren wir zur Werkstatt und nahmen unsere Fahrräder herunter. Dabei mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass die Abdeckung offenbar durch Wind und Wetter gelitten hatte. Sehr seltsam, immerhin ist diese doch dafür gemacht, Fahrräder vor der Witterung zu schützen. Stattdessen hatte sich ein großer Riss gebildet und schon beim Hinlangen ging er weiter auf. Okay, die Abdeckung war ein Fall für die Mülltonne.
Aber was macht man in dieser abgelegenen Gegend ohne Auto? Wir nutzten es für ganz viel Büroarbeit. Andrea schaute sich verschiedene Videos und Lehrmaterialien zu ihrer Schulung an, während Frank an einer Downloadseite für Bilder und Videos für die Homepage bastelte und diesen Beitrag schrieb.
Was sonst so passierte - Zimmerwechsel, Bowling und lecker Essen
Ja, was macht man in der Gegend um San Giuseppe ohne Auto? Egal wohin wir wollten, es musste zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein. Wobei in Italien ein großer Mangel an Fuß- und Radwegen herrscht. Und Geschwindigkeitsbegrenzungen sind, wie schon an anderer Stelle erwähnt, nur grobe Empfehlungen. Nicht selten rauschen die Italiener auch mitten durch Ortschaften mit 90 und mehr hindurch.
Da macht es wenig Freude auch nur zum Einkaufen zu fahren, da der nächste Supermarkt fast 4 km entfernt ist und man direkt an der Hauptstraße entlang muss.
Aber die ganze Zeit im Hotelzimmer hocken?
Wir hatten zum Glück genug Abwechslung bekommen.
Eines Tages, wir saßen gerade an den Rechnern, hörten wir plötzlich ein plätscherndes, tropfendes Geräusch. Wenig später lief Wasser aus der Lüftungsöffnung der Klimaanlage. Nein, es flutete nicht gleich das Zimmer. Es schwächte sich auch schnell zu einem Tropfen ab aber es tropfte permanent auf den Kleiderschrank.
Wir also runter an die Rezeption, um es zu melden und 5 Minuten später packten wir unsere Sachen und mussten das Zimmer wechseln.
Auch gut, lernt man auch noch andere Zimmer kennen. Wir durften uns dieses sogar aussuchen. Schön, wie hilfsbereit und freundlich die Angestellten hier sind.
Da das Hotel unserem Budget so gar nicht gut tat und wir es ohnehin vom Vanlife gewohnt waren, gab es Frühstück und Abendbrot meistens auf dem Zimmer. Aber eine warme Mahlzeit am Tag wäre dann doch schön. Viel gibt es zwar nicht und das meiste sind Bars und Kneipen, aber auch dort kann man lecker und vor allem günstig Essen. So kam Frank auch zu seiner täglichen Dosis Caffè.
Schließlich entdeckten wir doch noch ein richtiges Restaurant, das Jamm'a dò Cono. Das letzte Haus des Örtchens entpuppte sich als hervorragende Pizzeria mit echt italienischem Essen. Und der Betreiber könnte herzlicher nicht sein.
Schon die Begrüßung war überschwenglich und dann wollte er uns den romantischsten Platz in einer Nische anbieten. Leider war dieser aber schon reserviert. Schnell war auch klar, er spricht kein Englisch und unser Italienisch, na ja.
Die italienische Karte verstanden wir dennoch und wurden fündig. Als wir dann Trascinati con Asparagi, Guanciale e Pane Raffermo bestellten, freute er sich ganz besonders. Immerhin ist es eine Spezialität dieser Region. Schnell holte er sein Handy herbei und zeigte uns, wo sein wilder Spargel herkommt. Auf den Bildern war er und der lokale Bauer bei der Ernte zu sehen. Da weiß man als Gast auch gleich, wo die Ware herkommt, die man genießen wird.
Und da wir uns offenbar über diese Erläuterung - obwohl nur auf Italienisch - sichtlich freuten, zeigte er uns noch ein Foto von seinem inzwischen verstorbenen Hund. Der hatte einst einen weißen Trüffel gefunden.
Gefühlt haben wir höchstens jedes zehnte Wort verstanden, aber der Inhalt war uns klar und wir fanden es klasse.
Doch die Überraschungen hörten noch lange nicht auf. Erst gab es eine Kostprobe des leckeren Spargels und seines Olivenöls und dann kam plötzlich Bruschetta. Warum? Wir hatten doch nichts weiter gemacht, als uns für seine Geschichte zu interessieren.
Darüber dürfen wir aber nicht vergessen zu erwähnen, dass das Essen dann auch extrem lecker war. Aber auch so reichlich, dass wir uns zwei Caffè zur Verdauung bestellten.
Schließlich wollten wir bezahlen und zurück ins Hotel gehen, da kam er plötzlich erneut an und lud uns noch auf einen Finocchio-Likör ein, inkl. Sprachkurs, wie wir Finoccio korrekt auszusprechen haben.
Schickt uns gerne eure Versuche über unsere überarbeitete Kommentarfunktion mit Dateiupload. Wir sind gespannt. Wenn ihr damit einverstanden seid, werden wir das Ergebnis später mal veröffentlichen (natürlich ohne Namen zu nennen 😉).
Aber immer nur schlafen, arbeiten und essen geht ja am Ende auch nicht. Spazierengehen an der Hauptstraße ist kein Vergnügen, ebenso eine Fahrradtour. Dennoch wollten wir unbedingt mal raus und etwas anderes machen.
Warum nicht mal Bowling? Ganz in der Nähe gibt es eine Bowlinghalle mit einigen Spielautomaten, Billardtischen und einer Bar. Der Weg dorthin führte etwas ins Hinterland und damit weg von der Hauptstraße, sodass wir die Strecke gut zu Fuß bewältigen konnten.
Aber ach, wie funktionierte das nochmal? Bloß nicht die Kugel auf die Bahn werfen. Ach, und sie sollte am besten auf der Bahn bleiben und nicht links oder rechts abkommen. Und die Kegel treffen und umwerfen wäre auch noch schön. Gar nicht so einfach, wenn man schon sehr lange nicht mehr bowlen war.
Aber Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.
Auf dem nächtlichen Rückweg konnten wir den Mondaufgang hinter einem Berg beobachten und entdeckten einige Glühwürmchen.
Felía ist zurück
Nach gefühlt einer Ewigkeit kam endlich die erlösende und lang erwartete Nachricht: Felía ist wieder fit.
So ging es mit den Rädern wieder zur Werkstatt, um unseren Genuss-Bus abzuholen. Die Kosten hielten sich zum Glück auch in Grenzen, sodass wir unser knappes Reisebudget nicht gleich gänzlich hergeben mussten. Es kann also noch ein bisschen weitergehen.
Da wir endlich wieder mobil waren, entschieden wir uns noch ein paar Tage zu bleiben. Einerseits wollten wir einige angefangene Projekte an der Homepage fertigstellen und andererseits noch einige spannende Orte im Vallo di Diano besuchen.
Atena Lucana & Teggiano
Den Anfang machte Atena Lucana oder besser gesagt die Altstadt davon. Unsere Unterkunft lag zwar in Atena Lucana, allerdings im neueren Teil im Tal. Die Altstadt hingegen liegt malerisch auf einem Bergrücken. Mit dem Auto sind es nur wenige Minuten hinauf. Mit dem Fahrrad wäre es eine Quälerei gewesen.
Kaum hatten wir einen Parkplatz gefunden, wurden wir überrascht. Die Straßenzüge waren mit hübschen Lichtkonstruktionen geschmückt, die nachts sicher wunderschön aussehen. Wir vermuteten, dass es mit der Marienprozzession Madonna della Colomba zusammenhing, die hier alljährlich Anfang Juli stattfindet. Schade, dass wir die verpasst haben.
Dennoch sah die Dekoration derart nett aus, dass wir uns glatt als Touristen outeten. Und prompt wurden wir angesprochen. Wir wollten schon mitteilen, dass wir quasi kein Italienisch können, als uns aufging, man hatte uns auf Deutsch angesprochen. Francesco „der Deutsche“ (so stellte er sich vor) hatte uns wohl bereits gesehen und jetzt wiedererkannt. Er lebt eigentlich in Deutschland stammt aber ursprünglich aus Atena Lucana. Die Welt ist eben doch ein Dorf. Und so erfuhren wir, dass der Ort eine der ältesten Städte in dem Tal ist, wo wir lecker Essen gehen können und was wir uns - wenn geöffnet - ansehen sollten. Vielen Dank an Francesco für diese Tipps und Infos.
So informiert schlenderten wir durch die verwinkelten Gassen und genossen die Ruhe. Hier ist definitiv der Tourismus noch nicht angekommen.
Eine Erkundung Atena Lucanas dauert nicht lange, so blieb uns noch Zeit, nach Teggiano hinüberzufahren. Auch hier wurde die Altstadt auf einem Berg errichtet. Das Verrückte hier, es gibt allein in der Altstadt gleich sieben größere und kleine Kirchen.
Leider waren die meisten davon verschlossen, sodass wir uns nur die Cattedrale Santa Maria Maggiore besichtigen konnten. Dafür waren wir von dieser umso mehr begeistert. Schon die filigran gestalteten Türen sind bemerkenswert und das Innere ist schlicht und sehenswert.
Aber auch Teggiano ist überschaubar. So waren wir bereits zur Mittagszeit mit der Erkundungstour fertig und ließen uns auf einen Snack in einer kleinen Bar nieder.
Ach wie schön, wenn man mal ein paar Orte, ohne den üblichen Druck die Highlights abzuklappern, besichtigen kann. So hatten wir die Möglichkeit, an jeder Gabelung neu zu entscheiden. Geht es links weiter oder wenden wir uns nach rechts? Eigentlich egal. Wir werden schon irgendwo hinkommen.
Schließlich wollten wir zum Hotel zurückkehren. Dabei mussten wir durch den neueren Stadtteil am Fuße des Berges. Auch hier waren die Straßen festlich geschmückt, was uns neugierig machte.
Wir fanden heraus, dass auch in Teggiano alljährlich eine Prozesion - die Madonna del Carmine - stattfindet. Während der Prozession wird eine Marienstatue durch die Straßen getragen, begleitet von Gebeten, Musik und Feuerwerken. Wie wir später eher zufällig feststellen sollten, beginnt die Prozession an der Parrocchia Sacro Cuore di Gesù und führt von dort durch den Ort bis zur Cappella della Madonna della Misericordia. In den Straßen und Gassen um die Kapelle waren zu den Feierlichkeiten verschiedene Stände mit Essen sowie Losbuden aufgebaut.
Was ein berührendes und freudiges Erlebnis. Erst konnten wir an der Prozession teilnehmen und dann mit den Einheimischen gemeinsam feiern.
Zum Abschluss noch ein Kloster - Certosa di Padula, UNESCO-Weltkulturerbe
Nach fast drei langen Wochen war Felía repariert und unsere Habseligkeiten wieder verstaut. Voller Vorfreude auf das, was nun auf uns zukommen mag, starteten wir den Motor und rollten auf die Straße. Die Richtung war klar: Süden.
Einen ersten Stopp in Padula wollten wir auf Empfehlung der Werkstatt einlegen. Hier steht das Certosa di San Lorenzo, das größte Kartäuserkloster Süditaliens und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die riesige Barockanlage in der Provinz Salerno beeindruckt mit über 320 Sälen, prächtigen Marmoraltären und dem größten Kreuzgang der Welt. (Quelle Wikipedia)
Ein UNESCO-Weltkulturerbe und wir quasi die einzigen Besucher. Kaum zu glauben, aber wahr. Zwar scheint die Region hinlänglich auf Touristen eingestellt zu sein, aber das mitten im Juli hier niemand ist, ist schon verwunderlich. Wann kommen denn hier die Touristen, wenn nicht jetzt?
Egal, uns freute es um so mehr, hatten wir doch die Möglichkeit, das Kloster ganz entspannt zu besichtigen und durch die zahlreichen Räume zu wandeln.
Zum Abschluss unseres Besuchs in Padula stiegen wir in die Altstadt hinauf und konnten von dort noch ein letztes Mal unseren Blick über das Tal und die Klosteranlage schweifen lassen. Dann nahmen wir Abschied und machten uns auf den Weg zurück ans Meer.
Unser Fazit zum Vallo di Diano: Das Tal mit zahlreichen kleineren und größeren Städten ist auf Touristen eingestellt. Es gibt ausreichend Hotels, Restaurants und Bars. Dazu gibt es verschiedene Sehenswürdigkeiten von Burgruinen und Wanderwegen, über die Grotta di Pertosa bis hin zu einem UNESCO-Weltkulturerbe.
Aber das Gebiet ist bisher noch nicht vom Tourismus überlaufen. Wer also etwas mehr Ruhe sucht und bereit ist, die Region mit dem Auto zu erkunden, ist hier genau richtig.
Und die Herzlichkeit der Menschen hier hat uns immer wieder überrascht.
Aber Achtung, hier spricht kaum einer Englisch oder gar Deutsch. Eine Übersetzungsapp ist allemal hilfreich. Aber auch ein Lächeln und Hände und Füße helfen ungemein.
Besondere Momente - Zwischen Lächeln, Geschichten und Begegnungen
Auch auf diesem Abschnitt unserer Reise sind uns einige Momente in besonderer Erinnerung geblieben. Diese möchten wir gerne mit Euch teilen.
Beginnen möchten wir mit dem Besitzer des Jamm'a dò Cono. Wir hatten ja von unserem Besuch dort berichtet. Einige Tage später, wir liefen gerade die Hauptstraße entlang, hupte neben uns plötzlich ein Auto. Wie sich herausstellte, hatte uns der Restaurantbetreiber im Vorbeifahren erkannt und grüßte uns überschwenglich.
Ein anderes Mal wollten wir in einer Bar eine Mittagspause einlegen. Die Mitarbeiterin wurde ganz nervös, als sie merkte, dass wir kein Italienisch sprechen. Wir versuchten scheinbar vergeblich sie zu beruhigen und waren uns eigentlich sogar schon einig, was wir bestellen wollten. Dennoch sprang ihr unverhofft ein anderer Gast zur Seite und versuchte uns mit ein paar Brocken Englisch zu erklären, was es alles zu Essen gibt. Ebenso übersetzte er unsere Bestellung - eigentlich schon auf Italienisch - an die Mitarbeiterin.
Bestellung aufgegeben, Dolmetscher nicht mehr benötigt und Mitarbeiterin glücklich und beruhigt. Dennoch wurden wir ein weiteres Mal überrascht, denn zum Abschluss wurden wir von dem italienischen Gast noch auf Deutsch verabschiedet.
Aber wir wollen das ältere Ehepaar nicht vergessen. Einige Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt gibt es eine Bar mit leckerem Fastfood. Der Weg dorthin führt am Wohnhaus eines Rentnerpaares vorbei, dass seine Zeit gerne vor dem Haus auf der Hollywoodschaukel verbrachte. So war es nicht verwunderlich, dass wir als Fußgänger auffielen und gegrüßt wurden.
Eines Tages wurden wir von der Frau angesprochen. Mit viel Charme, einem Lächeln und unserer Übersetzungsapp konnten wir uns verständigen und der Dame erklären, dass unser Auto gerade zur Reparatur ist und wir deshalb hier im Hotel sind.
Wow, von wildfremden Menschen angesprochen zu werden, die offenbar ein Interesse an uns haben. Damit hatten wir so gar nicht gerechnet.
Zum Schluss möchten wir aber auch die Angestellten des Hotels nicht vergessen. Sie haben sich jederzeit rührend um uns gekümmert und haben versucht, uns in jeder Situation zu helfen. So war es z.B. kein Problem, das Zimmer so lange zu belegen, bis Felía repariert war. Eine Buchung oder Ähnliches war nicht notwendig.
Als der kleine Wasserschaden passierte, konnten wir direkt ein anderes Zimmer beziehen und als die Zimmerkarte einfach nicht funktionieren wollte, händigte man uns kurzerhand die Generalkarte des Putzteams aus.
Und wenn es doch mal etwas zu klären gab, wurde direkt das Handy gezückt und uns das Anliegen per Übersetzungsapp präsentiert.
Vielen Dank an dieser Stelle an all die Menschen, die uns den Aufenthalt im Vallo di Diano so angenehm gemacht haben. Es sind genau diese Begegnungen, die wir noch sehr lange in Erinnerung behalten werden.
Wenn euch unsere Homepage gefällt und ihr gerne mehr Beiträge lesen wollt, würden wir uns freuen, wenn wir durch eure Unterstützung die Homepage mit weiteren Reiseerlebnissen füllen können.
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